Diese Checkliste in Ihrem persönlichen Plan verfolgen.

Zivile Unruhen
Wenn eine Demonstration gewalttätig wird, entfernen Sie sich ruhig, meiden Sie Menschenmengen und Konfrontationen und befolgen Sie die Anweisungen der Polizei.
Zivile Unruhen bedeuten gewalttätige Demonstrationen, Ausschreitungen oder öffentliche Unordnung. Die meisten Demonstrationen bleiben friedlich, doch eine Menschenmenge kann schnell angespannt oder gewalttätig werden, und darin zu geraten ist gefährlich, selbst wenn Sie nicht beteiligt sind. Die größten Gefahren sind, in einer dichten Menge erdrückt zu werden, von Gegenständen oder Feuerwerkskörpern getroffen zu werden, Tränengas oder andere Maßnahmen zur Auflösung von Menschenmengen sowie zwischen Demonstranten und Polizei eingeklemmt zu werden. Ihr Ziel ist einfach: Bleiben Sie ruhig, halten Sie Abstand und verlassen Sie das Gebiet frühzeitig. Ergreifen Sie keine Partei, lassen Sie sich nicht auf Diskussionen ein und bleiben Sie nicht stehen, um zu filmen. Wenn Sie nicht weggehen können, begeben Sie sich in ein Gebäude und warten Sie ab. Rufen Sie in jeder lebensbedrohlichen Situation die 112 an, die EU-weite Notrufnummer.
Wenn es passiert
Nur wenn dieses Szenario droht oder bereits läuft — nicht die alltägliche Vorsorge. Zur Vorbereitung im Voraus siehe „So bereiten Sie sich vor“ und die Checkliste weiter unten.
Wenn Sie sich in der Nähe einer Menge befinden, die angespannt wird
- 1Bleiben Sie ruhig, geraten Sie nicht in Panik und laufen Sie nicht in die Menge hinein.
- 2Entfernen Sie sich sofort von der Menge, bevor sie dichter wird.
- 3Gehen Sie zu den Rändern und weg, nicht gegen den Hauptstrom der Menschen.
- 4Bleiben Sie nicht stehen, um zuzusehen, zu filmen oder Fotos zu machen.
- 5Steuern Sie eine sichere Richtung an: eine Seitenstraße, ein geöffnetes Geschäft oder ein Gebäude, das Sie betreten können.
Wenn Sie in einer sich bewegenden Menge gefangen sind
- 1Bleiben Sie auf den Beinen und aufrecht; ein Sturz in einer Menge ist sehr gefährlich.
- 2Bewegen Sie sich mit dem Strom, nicht dagegen, und driften Sie seitlich zum Rand hin.
- 3Halten Sie die Arme angewinkelt vor der Brust, um Ihre Rippen und Ihre Atmung zu schützen.
- 4Halten Sie sich von Wänden, Zäunen und Absperrungen fern, wo Menschen erdrückt werden können.
- 5Wenn Ihnen etwas herunterfällt, lassen Sie es liegen; bücken Sie sich nicht, um es aufzuheben.
Wenn Sie nicht weggehen können und Schutz suchen müssen
- 1Gehen Sie in ein Gebäude und weg von der Straße.
- 2Entfernen Sie sich von Fenstern und Glastüren; halten Sie sich möglichst in einem innen liegenden Raum auf.
- 3Verriegeln Sie die Türen und halten Sie das Licht gedämpft, um keine Aufmerksamkeit zu erregen.
- 4Gehen Sie nicht auf einen Balkon und lehnen Sie sich nicht hinaus, um zu schauen.
- 5Halten Sie Ihr Handy geladen und verfolgen Sie lokale Nachrichten und offizielle Warnungen.
Im Umgang mit Polizei und Konfrontation
- 1Befolgen Sie die Anweisungen der Polizei und Behörden ruhig und ohne Verzögerung.
- 2Diskutieren Sie nicht, beleidigen oder provozieren Sie niemanden; bleiben Sie neutral und ruhig.
- 3Halten Sie Ihre Hände sichtbar und bewegen Sie sich langsam, wenn sich Beamte nähern.
- 4Wenn Sie Tränengas oder Rauch sehen, bewegen Sie sich gegen den Wind und weg davon; vermeiden Sie es, sich die Augen zu reiben.
- 5Rufen Sie die 112 an, wenn jemand schwer verletzt ist oder Lebensgefahr besteht.
Wichtige Sicherheitshinweise
- Schließen Sie sich niemals aus Neugier oder zum Filmen einer Menge an oder gehen Sie in sie hinein — dichte Menschenmengen können Menschen erdrücken und ohne Vorwarnung gewalttätig werden.
- Diskutieren Sie nicht, ergreifen Sie keine Partei und konfrontieren Sie weder Demonstranten noch Polizei — bleiben Sie neutral und befolgen Sie die Anweisungen der Polizei.
- Heben Sie während Unruhen niemals Gegenstände, Waffen oder herabgefallene Dinge vom Boden auf — das kann Sie in Gefahr bringen oder zur Zielscheibe machen.
- Wenn Sie in einer Menge stürzen, bleiben Sie nicht liegen — die größte Gefahr ist, zertrampelt zu werden; schützen Sie Ihren Kopf und stehen Sie auf oder rollen Sie sich seitlich zusammen.
- Fahren Sie nicht in oder durch eine Menschenmenge oder ein abgesperrtes Gebiet — wenden Sie und suchen Sie sich einen anderen Weg.
- Rufen Sie in jeder lebensbedrohlichen Situation sofort die 112 an.
So bereiten Sie sich vor
Kennen Sie das Gebiet und meiden Sie Brennpunkte
- 1Informieren Sie sich vor der Fahrt über geplante Demonstrationen oder Veranstaltungen.
- 2Meiden Sie an angespannten Tagen bekannte Brennpunkte wie Plätze, Regierungsgebäude und Stadien.
- 3Merken Sie sich beim Betreten eines öffentlichen Ortes mindestens zwei Ausgänge.
- 4Planen Sie einen Heimweg, der große Menschenansammlungen umgeht.
- 5Speichern Sie die Notrufnummer 112 und örtliche Nicht-Notrufnummern in Ihrem Handy.
Bleiben Sie informiert
- 1Aktivieren Sie Notfallwarnungen (EU-Alert / Cell Broadcast) auf Ihrem Handy.
- 2Installieren Sie Ihre nationale Warn-App, etwa NINA in Deutschland.
- 3Folgen Sie offiziellen lokalen Quellen: Polizei, Stadt und öffentlich-rechtliche Sender.
- 4Halten Sie eine Powerbank für Ihr Handy geladen bereit.
- 5Halten Sie ein kleines batterie- oder kurbelbetriebenes Radio bereit, falls die Netze ausfallen.
Erstellen Sie einen Kommunikationsplan für die Familie
- 1Vereinbaren Sie, wie Sie sich erreichen, wenn die Netze überlastet sind oder ausfallen.
- 2Wählen Sie einen sicheren Treffpunkt außerhalb des Stadtzentrums.
- 3Benennen Sie eine Kontaktperson außerhalb der Region, bei der sich alle melden können.
- 4Stellen Sie sicher, dass Kinder und ältere Familienmitglieder den Plan kennen.
- 5Notieren Sie sich wichtige Telefonnummern auf Papier, nicht nur im Handy.
Gut zu wissen
- Die 112 ist die einheitliche Notrufnummer in der gesamten EU — kostenlos, ohne Guthaben und über jedes verfügbare Netz; in manchen Ländern auch ohne SIM-Karte, verlassen Sie sich darauf aber nicht.
- Viele EU-Länder nutzen EU-Alert / Cell Broadcast, um Warnungen direkt an Handys in einem betroffenen Gebiet zu senden — ohne App oder Anmeldung.
- In Deutschland versendet die NINA-App des BBK (Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe) offizielle Warnungen; viele andere EU-Länder haben eigene nationale Warn-Apps.
- Die meisten Demonstrationen bleiben friedlich — die sicherste Entscheidung ist, einfach Abstand zu halten und frühzeitig zu gehen, statt abzuwarten.
- Die größte Gefahr in einer großen Menge ist nicht Gewalt, sondern das Erdrücktwerden in der Menge; sich am Rand zu halten und auf den Beinen zu bleiben ist Ihr bester Schutz.
Checkliste zur Vorsorge
Die konkreten Schritte für dieses Szenario. Fügen Sie sie einem Plan hinzu, um Ihren Fortschritt zu verfolgen.
Maßnahmen
- Das Gebiet beim ersten Anzeichen von Ärger ruhig verlassenUnverzichtbar
Menschenmengen werden selten ohne Vorzeichen gewalttätig: fliegende Flaschen, aggressive Sprechchöre, Polizeiketten, Personen, die sich vermummen. Werten Sie jedes dieser Anzeichen als Signal zu gehen — gehen Sie, rennen Sie nicht, bewegen Sie sich mit dem Strom statt dagegen, und bringen Sie mehrere Straßen zwischen sich und das Geschehen, bevor Sie anhalten und die Nachrichten prüfen.
- Zwei Ausgänge merken, wann immer Sie einen öffentlichen Ort betretenUnverzichtbar
Machen Sie es sich in Bahnhöfen, auf Plätzen, in Stadien und Einkaufsstraßen zur Gewohnheit: Merken Sie sich beim Ankommen den Weg, über den Sie hereingekommen sind, plus eine Alternative, idealerweise in einer anderen Richtung. Bei einem plötzlichen Gedränge drängen die meisten zum bekannten Eingang — der zweite Ausgang ist daher oft der schnellere und sicherere.
- An angespannten Tagen bekannte Brennpunkte und große Menschenansammlungen meidenUnverzichtbar
Prüfen Sie an angekündigten Demonstrationstagen vor dem Losgehen lokale Nachrichten und Polizeimeldungen zu Routen und Kundgebungsorten und planen Sie Ihre Wege darum herum. Regierungsviertel, Stadien und zentrale Plätze sind typische Brennpunkte — ein Umweg von wenigen Straßen hält Sie meist vollständig aus dem Geschehen heraus.
- Neutral bleiben — nicht diskutieren, keine Partei ergreifen, nicht filmenUnverzichtbar
Unbeteiligte werden verletzt, wenn man sie für Teilnehmer hält. Bewahren Sie eine ruhige Miene, sprechen Sie leise und lassen Sie das Handy in der Tasche — eine erhobene Kamera zieht Aufmerksamkeit von allen Seiten auf sich. Entfernen Sie sich zielstrebig, statt zu verweilen; keine Aufnahme ist es wert, in eine Räumung oder ein Massengedränge zu geraten.
- Anweisungen von Polizei und Behörden ohne Verzögerung befolgenUnverzichtbar
Absperrungen und Auflösungsverfügungen schützen Sie oft vor Gefahren, die Sie noch nicht sehen — etwa einem Gedränge, das sich eine Straße weiter aufbaut. Folgen Sie Anweisungen zügig und ruhig, halten Sie die Hände sichtbar und fragen Sie Beamte nach einem sicheren Weg hinaus, wenn Sie unsicher sind — Diskutieren kostet Zeit und kann Sie als Teilnehmer erscheinen lassen.
- Einen Familienkommunikationsplan und einen Treffpunkt vereinbarenUnverzichtbar
Vereinbaren Sie im Voraus, wer die Kinder abholt, wo Sie sich treffen, wenn ein Stadtteil abgesperrt ist, und einen Ausweichtreffpunkt weiter außerhalb — plus eine Kontaktperson außerhalb der Region, bei der sich alle melden. Senden Sie bei überlasteten Netzen kurze SMS statt anzurufen; sie kommen oft durch, wenn Anrufe scheitern. Aktualisieren Sie den Plan, wenn sich Abläufe ändern.
Vorräte
- Eine geladene Powerbank für das Handy bereithalten
Bei Unruhen ist Ihr Handy Karte, Nachrichtenquelle und Rettungsanker — und überlastete Netze leeren den Akku schneller. Eine handliche Powerbank mit 10.000 mAh (rund 37 Wh) liefert etwa 1,5 volle Smartphone-Ladungen, da nur 60–70 % der Nennkapazität nutzbar sind. Wählen Sie USB-C mit Power Delivery und laden Sie sie alle 3–6 Monate nach.
Fähigkeiten
- Grundlagen der Sicherheit in Menschenmengen lernen: auf den Beinen bleiben, zum Rand bewegen
Nicht Gewalt, sondern das Erdrücktwerden ist die größte Todesgefahr in dichten Menschenmengen. Üben Sie bei jedem Konzert oder Spiel: Werden Sie von mehreren Seiten gedrückt, driften Sie diagonal mit dem Strom zum Rand, die Arme auf Brusthöhe, um Ihren Atemraum zu schützen. Wenn Sie stürzen, schützen Sie den Kopf und stehen Sie schnell auf; geht das nicht, rollen Sie sich seitlich zusammen.
Wissen & prüfen
- Die 112 und örtliche Nummern im Handy speichernUnverzichtbar
Der Notruf 112 ist überall in der EU kostenlos erreichbar, auch ohne Guthaben. Speichern Sie zusätzlich die direkte Polizeinummer Ihres Landes — in Deutschland die 110 — sowie Familie und Arzt, damit Sie im Stress nie suchen müssen. Bleiben Sie bei einem 112-Anruf in der Leitung, bis die Leitstelle das Gespräch beendet; verschieben Sie nicht dringende Anrufe auf später.
- EU-Alert / Cell Broadcast auf dem Handy aktivierenUnverzichtbar
Cell Broadcast stellt amtliche Warnungen an jedes kompatible Handy im Gefahrengebiet zu — ohne App, ohne Registrierung, ohne Speicherung persönlicher Daten. Prüfen Sie den Schalter: bei iOS ganz unten in den Mitteilungseinstellungen, bei Android unter Sicherheit und Notfall. In Deutschland erfordert der Empfang Android 11 oder iOS 16.1 oder neuer.
- Die nationale Warn-App installieren (z. B. NINA)
Eine offizielle App ergänzt, was Cell Broadcast nicht übertragen kann: Karten der betroffenen Gebiete, Verhaltenshinweise und die Entwarnung. In Deutschland liefern NINA und KATWARN amtliche Warnungen; viele EU-Länder betreiben ein Gegenstück. Abonnieren Sie Ihren Wohn- und Arbeitsort und verlassen Sie sich nie auf einen einzigen Kanal.
- Wichtige Telefonnummern auf Papier notieren
Handys gehen genau dann verloren, gehen kaputt oder sind leer, wenn auf den Straßen Chaos herrscht — und kaum jemand kennt Nummern noch auswendig. Eine Karte im Portemonnaie mit Familie, Ihrer Kontaktperson außerhalb der Region und Ihrem Arzt verbindet Sie über jedes geliehene Handy. Geben Sie jedem Haushaltsmitglied eine Kopie, auch den Kindern.
Offizielle Quellen
- Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) · BBK (Deutschland)
- EU-Katastrophenschutz und humanitäre Hilfe · Europäische Kommission
- Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften · IFRC
- Weltgesundheitsorganisation · WHO
Inhalt zuletzt geprüft: 24. Juli 2026