Diese Checkliste in Ihrem persönlichen Plan verfolgen.

Stromausfall / Blackout
Bleiben Sie warm, informiert und sicher, wenn der Strom ausfällt – vom kurzen Ausfall bis zum mehrtägigen Blackout.
Ein Stromausfall kann nur wenige Minuten dauern oder – in seltenen Fällen – mehrere Tage lang eine ganze Region betreffen. Die meisten Ausfälle sind kurz und enden von selbst. Die größten Risiken entstehen durch all das, worauf wir uns im Alltag verlassen: Licht, Heizung, Kochen, Kühlschränke, Wasserpumpen, Aufzüge, Kartenzahlung und Mobilfunknetze. Mit ein wenig Vorsorge lässt sich selbst ein langer Blackout gut bewältigen – und ist deutlich weniger belastend. Dieser Leitfaden erklärt, was Sie während eines Stromausfalls tun können und wie Sie sich im Voraus vorbereiten. Er beruht auf offiziellen Empfehlungen des deutschen BBK (Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe), des EU-Katastrophenschutzes, der WHO und des Roten Kreuzes/Roten Halbmonds (IFRC). Wählen Sie bei jeder lebensbedrohlichen Notlage die 112, die EU-weite Notrufnummer – sie funktioniert von jedem Mobiltelefon aus, auch ohne Guthaben oder Empfang im eigenen Netz.
Wenn es passiert
Nur wenn dieses Szenario droht oder bereits läuft — nicht die alltägliche Vorsorge. Zur Vorbereitung im Voraus siehe „So bereiten Sie sich vor“ und die Checkliste weiter unten.
Die ersten Minuten
- 1Bleiben Sie ruhig – die meisten Stromausfälle sind kurz und enden von selbst.
- 2Prüfen Sie, ob nur Ihre Wohnung betroffen ist: Hat eine Sicherung ausgelöst, oder sind auch bei den Nachbarn und auf der Straße die Lichter aus?
- 3Wenn nur Ihre Wohnung betroffen ist, schauen Sie in den Sicherungskasten und legen Sie den Schutzschalter wieder ein, sofern das gefahrlos möglich ist.
- 4Nutzen Sie eine Taschenlampe oder Laterne als Lichtquelle – verzichten Sie möglichst auf Kerzen und offenes Feuer.
- 5Schalten Sie Herd, Bügeleisen, Heizgeräte und empfindliche Elektronik aus oder ziehen Sie den Stecker, um sie vor einer Spannungsspitze beim Wiedereinschalten des Stroms zu schützen.
- 6Lassen Sie einen Lichtschalter eingeschaltet, damit Sie sofort merken, wenn der Strom zurückkommt.
Informationen einholen
- 1Schalten Sie ein batteriebetriebenes Radio oder ein Kurbelradio ein und stellen Sie einen lokalen oder öffentlich-rechtlichen Sender ein, um offizielle Informationen zu erhalten.
- 2Schauen Sie auf Ihrem Handy nach einer EU-Alert-/Cell-Broadcast-Warnung oder einer Meldung aus einer Warn-App, halten Sie die Nutzung aber kurz, um den Akku zu schonen.
- 3Rufen Sie nicht die 112 oder den Stromversorger an, nur um zu fragen, wann der Strom zurückkommt – halten Sie die Notrufleitungen frei.
- 4Notieren Sie sich, wann der Stromausfall begonnen hat; das hilft Ihnen später einzuschätzen, ob Lebensmittel noch sicher sind.
Lebensmittel, Wasser und Wärme sichern
- 1Halten Sie Kühl- und Gefrierschrank geschlossen – ein Gefrierschrank bleibt je nach Füllstand etwa 24–48 Stunden kalt, ein Kühlschrank einige Stunden.
- 2Verzehren Sie zuerst frische und gekühlte Lebensmittel, dann tiefgekühlte und zuletzt Ihre haltbaren Vorräte.
- 3Wenn es kalt ist, schließen Sie Türen und Vorhänge, halten Sie sich alle in einem Raum auf und tragen Sie mehrere Kleidungsschichten, Mützen und Decken, um die Wärme zu halten.
- 4Füllen Sie frühzeitig Flaschen, Töpfe und die Badewanne mit Wasser, falls die Pumpen ausfallen.
- 5Wenn sich der Ausfall in die Länge zieht, laden Sie Handys über eine geladene Powerbank oder Ihr Auto (Motor nur im Freien laufen lassen).
- 6Schauen Sie nach Nachbarn, die alt, krank oder allein sind oder auf elektrische medizinische Geräte angewiesen sind.
Wichtige Sicherheitshinweise
- Betreiben Sie niemals einen Stromgenerator, Benzin- oder Gasgrill, Campingkocher oder Holzkohle in Innenräumen, in einer Garage oder in der Nähe offener Fenster – sie geben Kohlenmonoxid ab, ein unsichtbares, geruchloses Gas, das innerhalb von Minuten tödlich sein kann.
- Heizen Sie einen Raum niemals mit Gaskochern, Heizpilzen oder dem Backofen – auch dabei entsteht tödliches Kohlenmonoxid.
- Halten Sie Kerzen und offenes Feuer von allem Brennbaren fern, lassen Sie sie nie unbeaufsichtigt und halten Sie sie weit von Gas entfernt – nutzen Sie wo möglich lieber Taschenlampen.
- Öffnen Sie Gefrier- und Kühlschrank nur so oft wie nötig; frieren Sie aufgetaute Lebensmittel nur dann wieder ein, wenn sie noch Eiskristalle enthalten, und werfen Sie sie im Zweifelsfall weg.
- Benutzen Sie während eines Stromausfalls keine Aufzüge – Sie könnten stecken bleiben, wenn der Strom ausfällt oder zurückkommt.
- Wählen Sie bei jeder lebensbedrohlichen Notlage – Feuer, ein medizinischer Notfall, eine bewusstlose Person – sofort die 112.
So bereiten Sie sich vor
Licht und Strom
- 1Bewahren Sie Taschenlampen oder LED-Laternen und Ersatzbatterien an einem Ort auf, den Sie auch im Dunkeln finden.
- 2Halten Sie mindestens eine geladene Powerbank pro Person für die Handys bereit.
- 3Halten Sie ein batteriebetriebenes Radio oder ein Kurbelradio bereit, damit Sie auch ohne Netzstrom Informationen empfangen können.
- 4Ein USB-Ladegerät fürs Auto oder ein kleines Solarladegerät ist eine nützliche Reserve für Handys.
Wärme, Lebensmittel und Wasser
- 1Legen Sie einen Vorrat an Lebensmitteln an, die mehrere Tage lang ohne Kochen oder Kühlung auskommen (Konserven, Müsliriegel, Kekse bzw. Cracker, Nüsse, Trockenobst).
- 2Halten Sie Trinkwasser in Reserve – als Richtwert gelten etwa 2 Liter pro Person und Tag für mehrere Tage.
- 3Überlegen Sie sich, wie Sie ohne elektrische Heizung warm bleiben: warme Kleidung, Decken, Schlafsäcke und ein Raum, den Sie warm halten können.
- 4Halten Sie einen Handdosenöffner bereit und überlegen Sie sich eine sichere Möglichkeit, warme Speisen oder Getränke zuzubereiten (z. B. einen Campingkocher, der ausschließlich im Freien verwendet wird — wegen Kohlenmonoxid niemals in Innenräumen).
Geld und Dokumente
- 1Halten Sie etwas Bargeld in kleinen Scheinen und Münzen bereit – Kartenlesegeräte und Geldautomaten funktionieren ohne Strom nicht.
- 2Bewahren Sie Kopien wichtiger Dokumente und Notrufnummern auf Papier auf, nicht nur auf dem Handy.
- 3Denken Sie daran, dass Festnetztelefone, Türsprechanlagen, Aufzüge und elektrische Garagentore ausfallen können.
Menschen und Informationen
- 1Vereinbaren Sie einen Treffpunkt für die Familie und einen Kommunikationsplan für den Fall, dass die Mobilfunknetze ausfallen.
- 2Installieren Sie eine offizielle Warn-App (zum Beispiel NINA in Deutschland) und aktivieren Sie EU-Alert / Notfallwarnungen auf Ihrem Handy.
- 3Speichern Sie Offline-Karten für Wohn- und Arbeitsumgebung im Voraus — Karten-Apps bleiben ohne Mobilfunknetz leer.
- 4Verschaffen Sie sich einen Überblick, wer in Ihrer Nähe Hilfe brauchen könnte: Nachbarn, die älter, krank oder allein sind oder auf elektrische medizinische Geräte angewiesen sind.
Gut zu wissen
- Die 112 ist die kostenlose Notrufnummer in der gesamten EU und funktioniert von jedem Mobiltelefon aus – auch ohne Guthaben und sogar in einem fremden Netz.
- Mobilfunknetze haben nur eine begrenzte Notstromversorgung – bei einem langen Blackout können sie ausfallen. Schonen Sie deshalb Ihren Handy-Akku und halten Sie Nachrichten kurz.
- Ein voller Gefrierschrank hält die Kälte deutlich länger als ein halb leerer; wenn Sie Lücken mit Wasserflaschen füllen, bleiben die Lebensmittel länger haltbar.
- EU-Alert ist ein Cell-Broadcast-System, das dringende Warnungen direkt an alle Handys in einem betroffenen Gebiet senden kann; viele Länder haben zusätzlich eine nationale Warn-App (etwa NINA in Deutschland).
- Schnurlose Festnetztelefone und Internet-Router brauchen Netzstrom – ein einfaches schnurgebundenes Telefon oder ein geladenes Handy ist bei einem Stromausfall zuverlässiger.
- Kohlenmonoxid ist farb- und geruchlos; ein batteriebetriebener Kohlenmonoxid-Melder ist eine günstige, lebensrettende Frühwarnung.
Checkliste zur Vorsorge
Die konkreten Schritte für dieses Szenario. Fügen Sie sie einem Plan hinzu, um Ihren Fortschritt zu verfolgen.
Maßnahmen
- Kühl- und Gefrierschrank geschlossen halten, um die Kälte zu bewahren
Ein ungeöffneter Kühlschrank hält die sichere Temperatur einige Stunden, ein voller Gefrierschrank ein bis zwei Tage – jedes Öffnen kostet Kälte, entscheiden Sie also vorher, was Sie brauchen. Wasserflaschen in den Lücken des Gefrierschranks erhöhen die Kältereserve. Frieren Sie danach nur Lebensmittel wieder ein, die noch Eiskristalle enthalten; werfen Sie sie im Zweifel weg.
- Bei einem Ausfall nach hilfsbedürftigen Nachbarn schauen
Türklingeln, Aufzüge, Telefone und strombetriebene Medizingeräte wie Sauerstoffkonzentratoren können ausfallen – ältere oder kranke Nachbarn sind dann abgeschnitten. Klopfen Sie früh im Ausfall persönlich an, bei längerer Dauer mindestens täglich, und helfen Sie, Unterstützung für alle zu organisieren, die auf strombetriebene Geräte angewiesen sind – im Notfall wählen Sie die 112.
Vorräte
- Taschenlampen / LED-Laternen und Ersatzbatterien bereithaltenUnverzichtbar
LED-Lampen leuchten pro Batteriesatz deutlich länger als alte Glühlampen; eine Stirnlampe pro Person hält die Hände frei, dazu eine Laterne für den Raum. Legen Sie sich auf eine Batteriegröße fest (AA oder AAA), lagern Sie Ersatzbatterien außerhalb der Geräte und bevorzugen Sie Batterielicht statt Kerzen. Rund 100–300 Lumen reichen völlig, um sich in der Wohnung zu bewegen.
- Für jedes Handy eine geladene Powerbank bereithaltenUnverzichtbar
Nach Umwandlungsverlusten liefert eine Powerbank mit 10.000 mAh etwa 1,5 volle Handyladungen, ein Modell mit 20.000 mAh rund 3 – wählen Sie die Größe entsprechend. Achten Sie auf USB-C mit Power Delivery, damit eine Powerbank alle Ihre Geräte lädt, und laden Sie sie alle 3–6 Monate nach, denn gelagerte Lithiumzellen entladen sich langsam von selbst.
- Ein batteriebetriebenes Radio oder Kurbelradio bereithaltenUnverzichtbar
Fallen mit dem Strom auch Mobilfunk und Internet aus, senden die Rundfunksender weiter – das Radio bleibt damit der zuverlässigste Nachrichtenkanal. Wählen Sie ein Gerät mit UKW und DAB+, idealerweise batteriebetrieben mit Kurbel oder Solar als Reserve, und lagern Sie Ersatzbatterien außerhalb des Geräts. Auch Ihr Autoradio funktioniert bei einem Blackout.
- Etwa 2 Liter Trinkwasser pro Person und Tag einlagernUnverzichtbar
Bei einem längeren Blackout können Pumpwerke stillstehen und die Wasserhähne trocken bleiben, besonders in oberen Stockwerken. Planen Sie etwa 1,5 l Trinkwasser plus 0,5 l Wasser zum Kochen pro Person und Tag, für mindestens 72 Stunden. Lagern Sie verschlossenes Flaschenwasser kühl und dunkel; selbst abgefüllte lebensmittelechte Behälter befüllen Sie etwa alle sechs Monate neu.
- Vorrat für mehrere Tage an Lebensmitteln anlegen, die kein Kochen oder Kühlen brauchenUnverzichtbar
Herd, Kühlschrank und Gefrierschrank fallen aus – setzen Sie beim Vorrat daher auf Lebensmittel, die kalt genießbar sind: Fisch- und Gemüsekonserven, Knäckebrot, Nüsse, Trockenobst, H-Milch. Decken Sie mindestens 72 Stunden ab – die offizielle deutsche Empfehlung nennt bis zu zehn Tage. Lagern Sie, was Sie ohnehin essen, tauschen Sie es vor Ablauf aus und legen Sie einen Handdosenöffner dazu.
- Etwas Bargeld in kleinen Scheinen und Münzen bereithaltenUnverzichtbar
Kartenterminals und Geldautomaten fallen mit dem Strom aus – geöffnete Geschäfte nehmen dann unter Umständen nur Bargeld. Mehrere nationale Behörden empfehlen etwa 70–100 Euro pro Person – ungefähr für 72 Stunden – in kleinen Scheinen plus Münzen, da Wechselgeld knapp werden kann. Bewahren Sie es trocken an einem festen Ort auf, den nur vertrauenswürdige Haushaltsmitglieder kennen.
- Decken und warme Kleidung bereitlegen, um ohne Heizung warm zu bleibenUnverzichtbar
Die meisten Heizungen, auch Gas- und Ölkessel, brauchen Strom für Pumpen und Steuerung – im Winter kühlt die Wohnung daher schnell aus. Tragen Sie Wolle oder Fleece in Schichten, dazu Mützen und Socken, und versammeln Sie alle in einem kleinen Raum, um die Wärme zu halten. Heizen Sie niemals mit Gaskocher, Grill oder Heizpilz in Innenräumen – Kohlenmonoxid tötet.
- Einen batteriebetriebenen Kohlenmonoxid-Melder anbringen
CO-Vergiftungen häufen sich bei Stromausfällen, wenn Generatoren, Grills oder Campingkocher in Innenräume geholt werden – tun Sie das niemals; sie gehören ausschließlich nach draußen. Wählen Sie einen nach EN 50291 zertifizierten Melder für jeden Raum mit brennstoffbetriebenem Gerät sowie für Schlafbereiche, und ersetzen Sie ihn bis zum aufgedruckten Ablaufdatum – Sensoren halten etwa 7–10 Jahre.
Fähigkeiten
- Einen Familien-Treffpunkt und Kommunikationsplan vereinbaren
Handyakkus und Mobilfunknetze können mitten im Ausfall versagen – vereinbaren Sie daher im Voraus, wo sich Ihr Haushalt trifft und wer Ihre Kontaktperson außerhalb der Region ist. Setzen Sie sich zusammen, schreiben Sie Plan und wichtige Nummern auf Papier für jede Geldbörse und jeden Schulranzen, und aktualisieren Sie ihn jährlich. Kurze SMS kommen in überlasteten Netzen besser durch als Anrufe.
Wissen & prüfen
- Eine Warn-App installieren und EU-Alert auf dem Handy aktivierenUnverzichtbar
EU-Vorgaben verpflichten jeden Mitgliedstaat zu einem mobilen Warnsystem – die meisten nutzen EU-Alert per Cell Broadcast, ganz ohne App oder Anmeldung. Aktivieren Sie Notfallwarnungen in den Handy-Einstellungen und installieren Sie zusätzlich die nationale Warn-App – in Deutschland NINA oder KATWARN. In einem langen Blackout können die Netze ausfallen; Ihr Radio bleibt die Rückfallebene.
- Bei jeder lebensbedrohlichen Notlage an die 112 denkenUnverzichtbar
In der gesamten EU ist die 112 kostenlos und funktioniert von jedem Mobiltelefon aus, auch ohne Guthaben, über jedes Netz mit Empfang. Nutzen Sie sie nur bei lebensbedrohlichen Notlagen – Feuer, medizinische Notfälle –, nicht für Fragen zum Stromausfall, damit die Leitungen frei bleiben. Fallen die Netze aus, können Sie bei der nächsten Feuerwache persönlich Hilfe holen.
Offizielle Quellen
- Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) · BBK (Deutschland)
- EU-Katastrophenschutz und humanitäre Hilfe · Europäische Kommission
- Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften · IFRC
- Weltgesundheitsorganisation · WHO
- 112 — die europäische Notrufnummer · Europäische Kommission
Inhalt zuletzt geprüft: 24. Juli 2026