Diese Checkliste in Ihrem persönlichen Plan verfolgen.

Medizinischer Notfall
Einen lebensbedrohlichen Notfall erkennen, den Notruf 112 wählen und Erste Hilfe leisten, bis Hilfe eintrifft.
Medizinische Notfälle können jeden überall treffen – ein Zusammenbruch, eine starke Blutung, ein Erstickungsanfall, ein Schlaganfall oder eine schwere allergische Reaktion. Einfache, ruhig geleistete Erste Hilfe in den ersten Minuten kann Leben retten – und Sie müssen kein Profi sein, um zu helfen. Der wichtigste Schritt ist immer derselbe: Wählen Sie den kostenlosen, EU-weiten Notruf 112 und befolgen Sie die Anweisungen der Leitstelle. Diese Seite bietet allgemeine Informationen, die Ihnen helfen, Notfälle zu erkennen und zu handeln – basierend auf anerkannten offiziellen Empfehlungen (BBK, Rotes Kreuz/IFRC, WHO). Sie ersetzt weder eine medizinische Beratung noch einen Erste-Hilfe-Kurs oder professionelle Versorgung. Wählen Sie in jeder lebensbedrohlichen Situation zuerst die 112.
Wenn es passiert
Nur wenn dieses Szenario droht oder bereits läuft — nicht die alltägliche Vorsorge. Zur Vorbereitung im Voraus siehe „So bereiten Sie sich vor“ und die Checkliste weiter unten.
Zuerst: Sicherheit schaffen und die 112 wählen
- 1Prüfen Sie auf Gefahren für sich und die betroffene Person, bevor Sie sich nähern (Verkehr, Feuer, Strom).
- 2Versuchen Sie, die Person zu wecken: Sprechen Sie sie laut an und rütteln Sie sanft an ihren Schultern.
- 3Reagiert sie nicht normal, rufen Sie laut um Hilfe und bitten Sie eine umstehende Person, die 112 zu wählen.
- 4Sind Sie allein, wählen Sie selbst die 112 und schalten Sie das Telefon auf Lautsprecher.
- 5Sagen Sie der Leitstelle, wo Sie sind, was passiert ist und wie viele Menschen verletzt sind. Legen Sie nicht auf.
- 6Bitten Sie eine umstehende Person, einen AED (Defibrillator) zu holen, falls einer in der Nähe ist.
Lassen Sie sich von der Leitstelle anleiten
- 1Bleiben Sie in der Leitung – die 112-Leitstelle sagt Ihnen Schritt für Schritt, was zu tun ist, bis der Rettungswagen eintrifft.
- 2Moderne Leitstellen leiten auch ungeübte Helfer am Telefon durch die Erste Hilfe – wenn nötig einschließlich Herzdruckmassage.
- 3Ist ein öffentlicher AED (Defibrillator) in der Nähe, bittet die Leitstelle gegebenenfalls jemanden, ihn zu holen – AEDs sprechen ihre Anweisungen laut vor und sind für Laien gemacht.
- 4Wenn Sie einen Erste-Hilfe-Kurs besucht haben, wenden Sie das Geübte an – und verzögern Sie den Notruf nie, um etwas nachzulesen.
Bis die Hilfe eintrifft
- 1Bleiben Sie bei der Person und sprechen Sie ruhig mit ihr, auch wenn sie nicht reagiert.
- 2Bewegen Sie eine schwer verletzte Person nur, wenn sie in unmittelbarer Gefahr ist.
- 3Halten Sie die Person warm und merken Sie sich, wann die Beschwerden begonnen haben – der Rettungsdienst wird danach fragen.
- 4Schicken Sie jemanden, um Türen zu öffnen, den Weg frei zu machen und den Rettungswagen einzuweisen.
Wichtige Sicherheitshinweise
- Wählen Sie in jeder lebensbedrohlichen Situation zuerst die 112 – zögern Sie nie, Hilfe zu leisten oder zu holen.
- Lassen Sie eine zusammengebrochene, nicht reagierende Person nie allein, wenn Sie Hilfe rufen und zugleich bei ihr bleiben können.
- Legen Sie nicht auf – bleiben Sie in der Leitung und folgen Sie den Anweisungen der Leitstelle, bis die Hilfe eingetroffen ist.
- Geben Sie einer bewusstlosen oder benommenen Person niemals Essen, Trinken oder Medikamente – das kann ihre Atemwege blockieren.
- Bewegen Sie eine schwer verletzte Person nur, wenn sie in unmittelbarer Gefahr ist (Feuer, Verkehr, Wasser).
- Bringen Sie sich beim Helfen niemals selbst in Gefahr – Sie können niemanden retten, wenn Sie selbst zum Opfer werden.
So bereiten Sie sich vor
Erlernen Sie die Fähigkeiten
- 1Besuchen Sie einen praktischen Erste-Hilfe-Kurs und frischen Sie ihn alle 2–3 Jahre auf.
- 2Lernen Sie die Herzdruckmassage ohne Beatmung und den Umgang mit einem AED (Defibrillator).
- 3Üben Sie die stabile Seitenlage und den FAST-Schlaganfalltest.
- 4Bringen Sie allen in Ihrem Haushalt die Grundlagen der Ersten Hilfe und den Notruf 112 bei, auch den Kindern.
Rüsten Sie Zuhause und Tasche aus
- 1Halten Sie zu Hause einen vollständigen, nicht abgelaufenen Erste-Hilfe-Kasten bereit und einen kleinen im Auto.
- 2Kontrollieren Sie den Kasten einmal im Jahr und ersetzen Sie alles Verbrauchte oder Abgelaufene.
- 3Halten Sie verschriebene Medikamente vorrätig und führen Sie Notfallmedikamente (z. B. Adrenalin-Autoinjektor, Asthmaspray) bei sich.
- 4Wissen Sie, wo der nächste öffentliche AED an Ihrem Arbeitsplatz und an häufig besuchten Orten ist.
Halten Sie medizinische Informationen bereit
- 1Notieren Sie Ihre Allergien, Vorerkrankungen, Medikamente und Dosierungen und bewahren Sie eine Kopie zu Hause und in Ihrer Brieftasche auf.
- 2Richten Sie einen Notfallkontakt und einen Notfallpass auf dem Sperrbildschirm Ihres Telefons ein.
- 3Notieren Sie die Angaben von Kindern, älteren Angehörigen oder anderen Personen, die Sie betreuen.
- 4Stellen Sie sicher, dass andere im Notfall schnell auf diese Informationen zugreifen können.
Gut zu wissen
- Die 112 ist in der gesamten EU kostenlos, funktioniert ohne Guthaben und über jedes verfügbare Netz — in manchen Ländern auch ohne SIM-Karte, verlassen Sie sich darauf aber nicht.
- In vielen Ländern können Sie die 112 auf Englisch anrufen, wenn Sie die Landessprache nicht sprechen – die Leitstelle kann Sie anleiten.
- Erste-Hilfe-Kurse bei anerkannten Hilfsorganisationen (z. B. DRK, Johanniter, Malteser, ASB) dauern nur wenige Stunden und werden überall angeboten — die beste Vorbereitung; auffrischen alle 2–3 Jahre.
- AEDs sind für Laien gemacht: Sie geben gesprochene Schritt-für-Schritt-Anweisungen und lösen nur dann einen Schock aus, wenn er nötig ist.
- In Deutschland warnen die NINA-App des BBK (Bundesamt für Bevölkerungsschutz) und EU-Alert-Cell-Broadcasts vor größeren Notlagen; bei einem medizinischen Notfall wählen Sie jedoch immer direkt die 112.
- Wer nach bestem Wissen hilft, ist rechtlich geschützt: In Deutschland und den meisten EU-Ländern hat ehrlich geleistete Erste Hilfe keine rechtlichen Nachteile – unterlassene Hilfeleistung dagegen schon.
Checkliste zur Vorsorge
Die konkreten Schritte für dieses Szenario. Fügen Sie sie einem Plan hinzu, um Ihren Fortschritt zu verfolgen.
Maßnahmen
- Notfallpass und Notfallkontakt im Telefon einrichten
Rettungskräfte prüfen gesperrte Telefone zunehmend darauf: Moderne Smartphones können Allergien, Vorerkrankungen, Medikamente und einen Notfallkontakt ohne PIN auf dem Sperrbildschirm anzeigen. Richten Sie den Notfallpass in den Gesundheits- oder Sicherheitseinstellungen Ihres Telefons ein und überprüfen Sie ihn bei jeder Medikamentenänderung – er ergänzt die Karte aus Papier.
- Dem Haushalt die 112 und Erste-Hilfe-Grundlagen beibringen
Schon Vorschulkinder können lernen, die 112 zu wählen, Name und Adresse zu nennen und in der Leitung zu bleiben – üben Sie das als Rollenspiel, bis es selbstverständlich wird. Wiederholen Sie das kurz mit allen zweimal im Jahr und stellen Sie sicher, dass der gesamte Haushalt weiß, wo Erste-Hilfe-Kasten und Notfallmedikamente aufbewahrt werden.
Vorräte
- Einen vollständigen, nicht abgelaufenen Erste-Hilfe-Kasten zu Hause bereithaltenUnverzichtbar
Ein nach DIN 13157 – der deutschen Norm für Betriebe – bestückter Kasten ist ein guter Maßstab für zu Hause: Verbandpäckchen, sterile Kompressen, Binden, Rettungsdecke, Schere und Handschuhe. Sterile Artikel laufen nach etwa fünf Jahren ab; prüfen Sie den Inhalt jährlich, füllen Sie nach jedem Gebrauch auf und lagern Sie den Kasten kühl und trocken – nicht im Badezimmer.
- Einen kleinen Erste-Hilfe-Kasten im Auto bereithalten
In Deutschland ist ein Verbandkasten nach DIN 13164 in jedem Auto Pflicht, und mehrere andere EU-Länder haben ähnliche Vorschriften – informieren Sie sich vor Fahrten ins Ausland. Bewahren Sie ihn vom Innenraum aus erreichbar auf, nicht unter dem Gepäck vergraben, und tauschen Sie ihn aus, wenn das Haltbarkeitsdatum der sterilen Bestandteile überschritten ist.
- Wichtige Notfallmedikamente mitführen (z. B. Autoinjektor, Inhalator)Unverzichtbar
Notfallmedikamente helfen nur, wenn sie beim Eintreten der Krise griffbereit sind – nicht zu Hause in der Schublade. Tragen Sie verschriebene Notfallmedikamente am Körper, prüfen Sie die Haltbarkeitsdaten alle paar Monate und zeigen Sie Ihrem Umfeld, wo Sie sie aufbewahren – Arztpraxis oder Apotheke können erklären, wie Helfer sie richtig anwenden.
Fähigkeiten
- Einen praktischen Erste-Hilfe-Kurs besuchenUnverzichtbar
Das Üben an einer Übungspuppe schafft eine Sicherheit, die kein Lesen ersetzen kann – die meisten Umstehenden zögern aus Angst, etwas falsch zu machen, nicht aus mangelndem Willen. Anerkannte Hilfsorganisationen bieten EU-weit eintägige Kurse an; frischen Sie den Kurs alle zwei bis drei Jahre auf, denn ungenutzte Fähigkeiten verblassen schnell.
- Herzdruckmassage ohne Beatmung und Umgang mit einem AED lernenUnverzichtbar
Die Überlebenschance nach einem Herzstillstand sinkt mit jeder Minute ohne Herzdruckmassage – genau deshalb sollte man diese Fähigkeit an einer Übungspuppe trainieren, statt nur darüber zu lesen. Ein kurzer Kurs vermittelt Herzdruckmassage und AED-Bedienung; im Ernstfall leitet Sie zusätzlich die 112-Leitstelle an, bis Hilfe eintrifft.
- Die stabile Seitenlage üben
Eine bewusstlose, aber noch atmende Person kann in Rückenlage an der eigenen Zunge oder an Erbrochenem ersticken – auf die Seite gedreht bleiben die Atemwege frei, und Flüssigkeit kann abfließen. Üben Sie die Handgriffe zu Hause an einem Partner, bis sie nur Sekunden dauern; jeder Erste-Hilfe-Kurs behandelt die stabile Seitenlage.
- Den FAST-Schlaganfalltest lernenUnverzichtbar
Face, Arms, Speech, Time: Bitten Sie die Person zu lächeln, beide Arme zu heben und einen einfachen Satz nachzusprechen – ein hängender Mundwinkel, ein absinkender Arm oder verwaschene Sprache bedeutet: sofort die 112 wählen. Notieren Sie, wann die Symptome begonnen haben, denn Schlaganfall-Behandlungen wirken nur in einem engen Zeitfenster.
Wissen & prüfen
- Die 112 als EU-weiten Notruf einprägenUnverzichtbar
Unter einer Nummer erreichen Sie Rettungsdienst, Feuerwehr und Polizei in jedem EU-Land – kostenlos vom Mobiltelefon und Festnetz; Mobilanrufe gehen über jedes verfügbare Netz durch. Bleiben Sie in der Leitung: Die Leitstelle leitet Sie Schritt für Schritt an, und in vielen Ländern können Sie Englisch sprechen, wenn Sie die Landessprache nicht beherrschen.
- Allergien, Vorerkrankungen und Medikamente auf einer Karte notierenUnverzichtbar
Wenn Sie nicht sprechen können, spricht eine Karte in Ihrer Brieftasche für Sie – Rettungskräfte sehen routinemäßig neben dem Ausweis nach. Notieren Sie Allergien, Vorerkrankungen, aktuelle Medikamente, Implantate wie einen Herzschrittmacher und einen Notfallkontakt, und aktualisieren Sie die Karte bei jeder Rezeptänderung; eine veraltete Karte kann die Behandlung fehlleiten.
- Den nächsten öffentlichen AED zu Hause und am Arbeitsplatz finden
Beim Herzstillstand entscheiden Minuten – wer vorher weiß, dass im Bahnhof, Rathaus oder Supermarkt in der Nähe ein Defibrillator hängt, spart die hektische Suche. Achten Sie auf das grüne Schild mit Herz und Blitz, prüfen Sie das öffentliche AED-Verzeichnis Ihres Landes und denken Sie daran: Die Leitstelle der 112 kann Sie oft zum nächstgelegenen Gerät lotsen.
Offizielle Quellen
- Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (Gesundheit & Hygiene im Notfall) · BBK (Deutschland)
- EU-Katastrophenschutz und humanitäre Hilfe · Europäische Kommission
- Erste Hilfe und gesundheitliche Hinweise · IFRC (Rotkreuz/Rothalbmond)
- Gesundheitsthemen und Notfallversorgung · Weltgesundheitsorganisation (WHO)
- 112 — die europäische Notrufnummer · European Emergency Number Association / EU
Inhalt zuletzt geprüft: 24. Juli 2026