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KI-generierte Illustration: Unwetter

Unwetter

Bleiben Sie sicher bei Stürmen, Hagel, Blitzschlag, extremer Hitze und extremer Kälte.

Allgemeines Risiko

Zu Unwetter zählen schwere Stürme und Orkanböen, Hagel, Blitzschlag sowie Phasen extremer Hitze oder Kälte. Solche Ereignisse können schnell auftreten, Gebäude beschädigen, die Stromversorgung unterbrechen und die Gesundheit gefährden – besonders bei älteren Menschen, kleinen Kindern und Menschen mit Vorerkrankungen. Die gute Nachricht: Die meisten Schäden lassen sich mit wenigen einfachen Maßnahmen vermeiden. Entscheidend ist, Warnungen frühzeitig wahrzunehmen, am richtigen Ort Schutz zu suchen und Ihr Zuhause und Ihren Haushalt rechtzeitig vorzubereiten. Wählen Sie bei jeder lebensbedrohlichen Notlage die 112, den europaweiten Notruf.

Wenn es passiert

Nur wenn dieses Szenario droht oder bereits läuft — nicht die alltägliche Vorsorge. Zur Vorbereitung im Voraus siehe „So bereiten Sie sich vor“ und die Checkliste weiter unten.

Stürme, Orkanböen, Hagel und Blitzschlag

  1. 1Gehen Sie ins Gebäude und halten Sie Abstand zu Fenstern, Dachfenstern und Glastüren.
  2. 2Suchen Sie keinen Schutz unter Bäumen oder in der Nähe von Stromleitungen; wenn Sie im Freien sind, gehen Sie in ein festes Gebäude.
  3. 3Ziehen Sie den Stecker empfindlicher Elektrogeräte; nutzen Sie bei Gewitter weder kabelgebundene Telefone noch Wasserleitungen (Wasserhahn, Dusche).
  4. 4Halten Sie sich von der Küste, von Flussufern und von offenen Anhöhen fern.
  5. 5Bleiben Sie nach Möglichkeit von den Straßen fern; herabfallende Äste und Trümmer sind gefährlich.

Extreme Hitze

  1. 1Trinken Sie regelmäßig Wasser, bevor Sie Durst verspüren; verzichten Sie auf Alkohol und stark zuckerhaltige Getränke.
  2. 2Halten Sie sich im kühlsten Raum auf; schließen Sie tagsüber Rollläden und Fenster und lüften Sie nachts.
  3. 3Meiden Sie während der heißesten Stunden (etwa 11:00–18:00 Uhr) die Sonne und anstrengende Tätigkeiten.
  4. 4Tragen Sie leichte, weite Kleidung und duschen Sie kühl, um Ihre Körpertemperatur zu senken.
  5. 5Sehen Sie mindestens zweimal täglich nach älteren Nachbarn, kleinen Kindern und alleinlebenden Menschen.

Extreme Kälte

  1. 1Ziehen Sie sich in mehreren dünnen Schichten an; bedecken Sie Kopf, Hände und Füße.
  2. 2Heizen Sie einen Raum gut und halten Sie ihn geschlossen; bleiben Sie trocken und windgeschützt.
  3. 3Nutzen Sie niemals einen Gasgrill, Campingkocher, Stromgenerator oder Backofen, um einen Raum zu heizen.
  4. 4Bewegen Sie sich sanft, um warm zu bleiben, und nehmen Sie warme Mahlzeiten und Getränke zu sich.
  5. 5Sehen Sie nach gefährdeten Personen und Haustieren; holen Sie Tiere ins Haus.

Wenn es jemandem schlecht geht

  1. 1Hitze: Bringen Sie die Person an einen kühlen Ort, geben Sie Wasser nur, wenn sie voll wach ist, kühlen Sie die Haut; wählen Sie sofort die 112, wenn sie verwirrt oder ohnmächtig ist oder nicht reagiert — ein Hitzschlag ist mit heißer trockener Haut, aber auch bei weiterem Schwitzen möglich.
  2. 2Kälte: Bringen Sie die Person an einen warmen Ort, entfernen Sie nasse Kleidung, wärmen Sie sie langsam auf; wählen Sie die 112 bei heftigem Zittern, wenn das Zittern aufhört, bei Verwirrtheit oder Benommenheit.
  3. 3Wählen Sie bei jeder lebensbedrohlichen Notlage die 112.

Wichtige Sicherheitshinweise

  • Wählen Sie bei jeder lebensbedrohlichen Notlage sofort die 112 – etwa bei Hitzschlag, Unterkühlung oder einer bewusstlosen Person.
  • Betreiben Sie niemals einen Stromgenerator, Gasgrill, Campingkocher oder Automotor in Innenräumen oder in einer Garage – Kohlenmonoxid ist unsichtbar, geruchlos und tödlich.
  • Fahren oder gehen Sie niemals durch Hochwasser; gehen Sie bei bereits starkem Wind nicht ins Freie, um Gegenstände zu sichern.
  • Suchen Sie bei Blitzschlag oder Sturm keinen Schutz unter Bäumen, in der Nähe von Stromleitungen oder auf offenen Anhöhen.
  • Lassen Sie bei Hitze niemals Kinder, ältere Menschen oder Haustiere in einem geparkten Auto zurück – die Temperaturen steigen innerhalb von Minuten auf tödliche Werte.
  • Berühren Sie keine heruntergefallenen Stromleitungen oder abgerissenen Kabel; halten Sie ausreichend Abstand und melden Sie sie.

So bereiten Sie sich vor

Bereiten Sie Ihr Zuhause vor

  1. 1Sichern oder verstauen Sie lose Gegenstände im Freien: Möbel, Mülltonnen, Blumentöpfe, Trampoline, Sonnenschirme.
  2. 2Überprüfen Sie Dach, Dachrinnen und Abflüsse; schneiden Sie schwache oder überhängende Äste zurück.
  3. 3Wissen Sie, wie Sie Strom, Gas und Wasser abstellen.
  4. 4Sorgen Sie für funktionierende Rauchmelder und einen Kohlenmonoxid-Melder (CO), wenn Sie mit Brennstoffen heizen.

Kennen Sie die Warnungen

  1. 1Installieren Sie eine offizielle Warn-App wie NINA (Deutschland) oder eine entsprechende App Ihres Landes.
  2. 2Aktivieren Sie EU-Alert / Cell-Broadcast-Warnungen auf Ihrem Handy.
  3. 3Verfolgen Sie die örtlichen Wetterdienste und die Kanäle des Katastrophenschutzes.
  4. 4Halten Sie ein batteriebetriebenes oder ein Kurbelradio bereit, um bei Stromausfall Nachrichten zu empfangen.

Erstellen Sie einen Hitze- und Kälteplan

  1. 1Halten Sie einen kleinen Wasservorrat bereit und wissen Sie, welche Räume bei Ihnen am kühlsten und am wärmsten sind.
  2. 2Bewahren Sie warme Decken, warme Kleidung zum Übereinanderziehen und eine Möglichkeit auf, einen Raum sicher zu heizen.
  3. 3Legen Sie fest, wer nach gefährdeten Familienmitgliedern und Nachbarn sieht.
  4. 4Halten Sie wichtige Medikamente vorrätig und lagern Sie sie bei der richtigen Temperatur.

Stellen Sie eine Notfallausrüstung zusammen

  1. 1Taschenlampe, Ersatzbatterien und eine Powerbank für Ihr Handy.
  2. 2Trinkwasser und etwas Nahrung, die nicht gekocht werden muss.
  3. 3Erste-Hilfe-Set und eine Liste mit Notfallkontakten auf Papier.
  4. 4Bargeld in kleinen Scheinen, falls Kartenzahlungen ausfallen.

Gut zu wissen

  • EU-Alert (Cell Broadcast) kann Warnungen bei einem größeren Ereignis direkt auf Ihr Handy senden – ganz ohne App oder Anmeldung. Prüfen Sie, ob die Funktion in Ihren Handy-Einstellungen aktiviert ist.
  • In Deutschland liefert die kostenlose NINA-App des BBK (Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe) offizielle Warnungen vor Stürmen, Hitze und anderen Gefahren; die meisten EU-Länder haben eine ähnliche nationale App.
  • Hitze zählt zu den gefährlichsten Wetterrisiken in Europa, doch hitzebedingte Erkrankungen lassen sich mit Schatten, Wasser und Abkühlung weitgehend vermeiden.
  • Die meisten Blitzverletzungen treffen Menschen, die im Freien überrascht werden – am sichersten sind Sie in einem festen Gebäude oder in einem Fahrzeug mit festem Dach.
  • Nach Stürmen und Kälteeinbrüchen kommt es häufig zu Stromausfällen; eine Taschenlampe, eine Powerbank sowie etwas Wasser und Nahrung zu Hause machen dann einen echten Unterschied.

Checkliste zur Vorsorge

Die konkreten Schritte für dieses Szenario. Fügen Sie sie einem Plan hinzu, um Ihren Fortschritt zu verfolgen.

Maßnahmen

  • EU-Alert / Cell Broadcast auf dem Handy aktivierenUnverzichtbar

    Cell Broadcast erreicht Ihr Handy ohne App und ohne Anmeldung, auch bei überlasteten Netzen. Prüfen Sie jetzt, ob die Funktion aktiviert ist: bei iOS ganz unten unter Einstellungen > Mitteilungen, bei Android unter Einstellungen > Sicherheit und Notfälle. Prüfen Sie nach Updates oder einem neuen Handy erneut; in Deutschland setzt DE-Alert Android 11+ oder iOS 16.1+ voraus.

  • Lose Gegenstände im Freien vor Stürmen sichern oder verstauenUnverzichtbar

    Orkanböen machen Gartenmöbel, Sonnenschirme, Mülltonnen und Trampoline zu Geschossen, die Menschen verletzen und Fenster zertrümmern. Räumen Sie leichte Gegenstände ins Haus und binden Sie schwere fest oder beschweren Sie sie, sobald eine Sturmwarnung eingeht – niemals erst, wenn der Wind bereits stark ist. Fahren Sie auch Markisen ein und schließen Sie die Rollläden.

  • Festlegen, wer nach gefährdeten Personen siehtUnverzichtbar

    Alleinlebende ältere Menschen sind bei Hitzewellen und Kälteeinbrüchen am stärksten gefährdet – und rufen oft nicht selbst um Hilfe. Legen Sie vorab fest, wer nach wem sieht, und sehen Sie während Hitze- oder Kältewarnungen täglich nach. Vergewissern Sie sich, dass die Person genug trinkt, einen Raum kühl bzw. warm halten kann und ihre Medikamente griffbereit hat.

Vorräte

  • Trinkwasser und nicht zu kochende Lebensmittel zu Hause vorhaltenUnverzichtbar

    Stürme und Kälteeinbrüche können Strom – und manchmal auch Wasser – tagelang ausfallen lassen. Planen Sie etwa 2 Liter Wasser pro Person und Tag sowie kalt essbare Lebensmittel – Konserven, Knäckebrot, Nüsse, H-Milch – für mindestens 72 Stunden; die offizielle deutsche Empfehlung nennt idealerweise zehn Tage. Lagern Sie, was Sie ohnehin essen, und tauschen Sie es rechtzeitig vor Ablauf aus.

  • Taschenlampe, Batterien und eine Powerbank bereithaltenUnverzichtbar

    Nach einem sturmbedingten Stromausfall brauchen Sie Licht und ein funktionierendes Handy. Wählen Sie LED-Lampen – eine Stirnlampe lässt die Hände frei. Legen Sie sich auf eine Batteriegröße fest (AA oder AAA) und lagern Sie Ersatzbatterien außerhalb der Geräte. Ergänzen Sie eine USB-C-Powerbank mit 10.000–20.000 mAh und laden Sie sie per Erinnerung alle 3–6 Monate nach.

  • Einen Kohlenmonoxid-Melder anbringen, wenn Sie mit Brennstoffen heizenUnverzichtbar

    CO ist unsichtbar und geruchlos; Vergiftungen häufen sich, wenn Stürme den Strom kappen und mit Brennstoffen geheizt wird. Wählen Sie einen Melder nach EN 50291-1, bringen Sie einen in jedem Raum mit einem brennstoffbetriebenen Gerät an – 1–3 m davon entfernt – und ersetzen Sie ihn bis zum aufgedruckten Austauschdatum. Grills und Stromgeneratoren gehören weiterhin ausschließlich ins Freie.

  • Warme Decken und warme Kleidung für Kälteeinbrüche bereithalten

    Fällt bei einem Kälteeinbruch die Heizung aus, wärmen mehrere dünne Schichten besser als ein dickes Kleidungsstück, weil die dazwischen eingeschlossene Luft isoliert. Halten Sie Woll- oder Fleeceschichten, Mützen, warme Socken sowie pro Person eine Decke oder einen Schlafsack bereit; Wolle wärmt anders als Baumwolle auch dann noch, wenn sie leicht feucht ist.

  • Ein batteriebetriebenes oder ein Kurbelradio bereithalten

    Rundfunksender laufen weiter, wenn Stürme Strom- und Mobilfunknetze lahmlegen – ein netzunabhängiges Radio bleibt Ihre zuverlässigste Nachrichtenquelle. Wählen Sie ein Gerät mit UKW- und DAB+-Empfang, das mit Batterien läuft, idealerweise zusätzlich mit Kurbel oder Solar, und lagern Sie Ersatzbatterien außerhalb des Geräts.

Fähigkeiten

  • Lernen, wie man Strom, Gas und Wasser abstellt

    Wenn strenger Frost ein Rohr platzen lässt oder Sturmwasser die Elektrik erreicht, müssen Sie eine Versorgung unter Umständen binnen Minuten abstellen. Suchen Sie jetzt den Hauptschalter im Sicherungskasten, den Gasabsperrhahn und den Wasserhaupthahn – fragen Sie bei Bedarf Vermieter oder Hausverwaltung – und beschriften Sie alle drei. Zeigen Sie sie anschließend jedem Erwachsenen im Haushalt.

  • Erste Hilfe bei Hitze- und Kälteerkrankungen lernen

    Hitzschlag und Unterkühlung erfordern schnelle, einfache Hilfe: Wählen Sie sofort die 112, wenn jemand verwirrt, benommen oder bewusstlos ist; bringen Sie eine überhitzte Person dann in den Schatten und kühlen Sie sie, eine unterkühlte wärmen Sie behutsam. Ein zertifizierter Erste-Hilfe-Kurs einer Hilfsorganisation vermittelt das an einem Tag; frischen Sie ihn alle paar Jahre auf.

Wissen & prüfen

  • Eine offizielle Warn-App installieren (z. B. NINA)Unverzichtbar

    Offizielle Warn-Apps melden Sturm- und Hitzewarnungen für Ihren Ort, bevor das Wetter umschlägt. In Deutschland liefern NINA (vom BBK) und KATWARN amtliche Warnungen; mehrere andere EU-Länder bieten ähnliche nationale Apps. Erlauben Sie Benachrichtigungen, hinterlegen Sie Ihren Wohnort und betrachten Sie die App als einen Warnkanal von mehreren.

  • Wissen, welche Räume am kühlsten und am wärmsten sind

    Bei einer Hitzewelle ist der kühlste Platz meist ein Nordzimmer oder ein beschatteter Raum in einem unteren Stockwerk; bei einem Kälteeinbruch lässt sich ein kleiner Raum am leichtesten für alle gemeinsam warm halten. Gehen Sie einmal durch Ihre Wohnung und merken Sie sich beides. Lüften Sie bei Hitze nachts und verschatten Sie die Fenster tagsüber – Rollläden außen wirken besser als Vorhänge.

Offizielle Quellen

Inhalt zuletzt geprüft: 24. Juli 2026