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KI-generierte Illustration: Hochwasser

Hochwasser

Wasser kann schnell steigen – begeben Sie sich frühzeitig in höher gelegene Bereiche, halten Sie sich vom Hochwasser fern und halten Sie Ihre Dokumente und Warn-Apps bereit.

Allgemeines Risiko

Überschwemmungen sind die häufigste Naturgefahr in Europa. Sie entstehen, wenn Flüsse über die Ufer treten, wenn das Meer durch Stürme ins Landesinnere gedrückt wird oder wenn mehr Regen fällt, als der Boden und die Kanalisation aufnehmen können – solche Sturzfluten bzw. Starkregen-Überschwemmungen können innerhalb von Minuten auftreten, auch weit entfernt von jedem Fluss. Hochwasser ist gefährlich, weil es sich schnell bewegt, oft verschmutzt ist und Löcher, Trümmer und unter Strom stehende Leitungen verbirgt. Schon eine geringe Tiefe fließenden Wassers kann Sie von den Beinen reißen oder ein Auto wegspülen. Die gute Nachricht: Die meisten Personenschäden durch Hochwasser lassen sich vermeiden. Wenn Sie Ihr örtliches Risiko kennen, frühzeitig Warnungen erhalten und sich vom Wasser weg nach oben begeben, statt zu versuchen, hindurchzugelangen, erhöhen Sie Ihre Sicherheit erheblich. Rufen Sie in jeder lebensbedrohlichen Situation die 112 an, den EU-weiten Notruf.

Wenn es passiert

Nur wenn dieses Szenario droht oder bereits läuft — nicht die alltägliche Vorsorge. Zur Vorbereitung im Voraus siehe „So bereiten Sie sich vor“ und die Checkliste weiter unten.

Wenn eine Hochwasserwarnung ausgegeben wird

  1. 1Nehmen Sie die Warnung ernst und handeln Sie frühzeitig – warten Sie nicht, bis Sie das Wasser sehen.
  2. 2Verfolgen Sie offizielle Meldungen Ihrer örtlichen Behörden, des Radios und der Warn-Apps.
  3. 3Bringen Sie Personen, Haustiere, Wertsachen und wichtige Dokumente in ein höher gelegenes Stockwerk.
  4. 4Laden Sie Ihr Handy und Ihre Powerbank auf, solange Sie noch Strom haben.
  5. 5Bereiten Sie sich auf das Verlassen vor: Auto betankt, festes Schuhwerk und eine kleine Notgepäcktasche bereit.
  6. 6Wenn die Behörden zur Evakuierung auffordern, tun Sie dies sofort und folgen Sie den angegebenen Routen.

Wenn das Wasser steigt

  1. 1Gehen Sie nach oben oder in die höchste sichere Ebene; verlassen Sie Keller und Untergeschosse.
  2. 2Wenn Sie den Hauptschalter sicher und trocken erreichen können, schalten Sie Strom, Gas und Wasser am Hauptanschluss ab.
  3. 3Betreten Sie niemals einen volllaufenden Keller – Wasser und Strom zusammen können tödlich sein.
  4. 4Nehmen Sie Ihre Notgepäcktasche, Ihr Handy, Medikamente und warme Kleidung mit.
  5. 5Benutzen Sie keine Aufzüge.
  6. 6Rufen Sie die 112 an, wenn Sie oder andere in Gefahr sind und sich nicht in Sicherheit bringen können.

Wenn Sie im Freien oder im Fahrzeug sind

  1. 1Gehen oder fahren Sie niemals durch Hochwasser – kehren Sie um und suchen Sie einen anderen Weg.
  2. 2Entfernen Sie sich von Flüssen, Bächen, Gräben, Regenabläufen und der Küste.
  3. 3Begeben Sie sich zu Fuß in höher gelegene Bereiche, wenn Straßen überflutet sind.
  4. 4Wenn Ihr Auto im steigenden Wasser liegen bleibt, verlassen Sie es und begeben Sie sich in höher gelegenes Gelände, sofern das gefahrlos möglich ist.
  5. 5Halten Sie sich von heruntergefallenen Stromleitungen fern und melden Sie diese den Behörden.

Wenn das Wasser zurückgeht

  1. 1Kehren Sie erst nach Hause zurück, wenn die Behörden es für sicher erklären.
  2. 2Gehen Sie davon aus, dass Hochwasser verunreinigt ist – vermeiden Sie Kontakt und waschen Sie sich gründlich die Hände.
  3. 3Schalten Sie Strom und Gas erst wieder ein, wenn eine Fachkraft sie überprüft hat.
  4. 4Trinken Sie kein Leitungswasser, bis die Behörden bestätigen, dass es unbedenklich ist.
  5. 5Entsorgen Sie Lebensmittel und Medikamente, die mit Hochwasser in Berührung gekommen sind.
  6. 6Fotografieren Sie die Schäden für Ihre Versicherung und lüften Sie, um das Trocknen zu unterstützen.

Wichtige Sicherheitshinweise

  • Gehen oder fahren Sie niemals durch Hochwasser – schon 15 cm fließendes Wasser können Sie umwerfen, und 30 cm können ein Auto aufschwimmen lassen. Kehren Sie um – riskieren Sie nicht zu ertrinken.
  • Betreten Sie niemals einen überfluteten Keller und berühren Sie keine elektrischen Schalter, während Sie im Wasser stehen – es besteht akute Stromschlaggefahr.
  • Betreiben Sie niemals einen Stromgenerator, Campingkocher, Grill oder eine benzinbetriebene Wasserpumpe in Innenräumen oder in der Garage – Kohlenmonoxid ist unsichtbar und kann tödlich sein.
  • Halten Sie sich von heruntergefallenen oder herabhängenden Stromleitungen fern und melden Sie diese den Behörden.
  • Behandeln Sie jegliches Hochwasser als mit Abwasser, Chemikalien und Trümmern verunreinigt – vermeiden Sie Kontakt und trinken Sie kein Leitungswasser, bis es für unbedenklich erklärt wird.
  • Unternehmen Sie während eines Hochwassers oder Sturms keine Ausflüge zu angeschwollenen Flüssen, Brücken oder an die Küste.

So bereiten Sie sich vor

Kennen Sie Ihr Risiko und die Warnwege

  1. 1Finden Sie heraus, ob Ihre Wohnung, Ihr Arbeitsplatz und die Schule Ihrer Kinder in einem hochwassergefährdeten Gebiet liegen – prüfen Sie die örtlichen Hochwassergefahrenkarten.
  2. 2Installieren Sie eine offizielle Warn-App wie NINA (Deutschland) oder das entsprechende Pendant Ihres Landes und aktivieren Sie Benachrichtigungen.
  3. 3Aktivieren Sie EU-Alert / Cell Broadcast auf Ihrem Handy, damit öffentliche Warnungen Sie automatisch erreichen.
  4. 4Vereinbaren Sie einen Familientreffpunkt auf höher gelegenem Gelände und wie Sie sich gegenseitig erreichen.
  5. 5Merken Sie sich Fluchtwege, die von Flüssen und tief gelegenen Bereichen wegführen.

Schützen Sie Ihr Zuhause

  1. 1Bewahren Sie Wertsachen, Elektronik und gefährliche Chemikalien nicht am Boden und nicht im Keller auf.
  2. 2Denken Sie an Hochwassersperren oder Sandsäcke, Rückstauklappen für Abläufe und das Höhersetzen von Steckdosen.
  3. 3Wissen Sie, wo und wie Sie Strom, Gas und Wasser am Hauptanschluss abschalten.
  4. 4Prüfen Sie, ob Ihre Versicherung Schäden durch Hochwasser und Starkregen abdeckt.
  5. 5Reinigen Sie Dachrinnen und Abflüsse, damit das Wasser abfließen kann.

Bereiten Sie Notausrüstung und Dokumente vor

  1. 1Bewahren Sie Kopien von Ausweis, Versicherungs- und Eigentumsunterlagen in einer wasserdichten Mappe sowie als digitale Kopien auf.
  2. 2Packen Sie eine Notgepäcktasche: Wasser, Lebensmittel, Medikamente, Erste-Hilfe-Set, Taschenlampe, Powerbank und warme Kleidung.
  3. 3Halten Sie ein batteriebetriebenes oder Kurbelradio bereit, um bei Stromausfall Warnungen zu hören.
  4. 4Halten Sie etwas Bargeld in kleinen Scheinen bereit, falls Kartenzahlungen nicht funktionieren.
  5. 5Treffen Sie Vorkehrungen für Haustiere: Transportbox, Futter und eine Leine.

Gut zu wissen

  • Die meisten Todesfälle bei Hochwasser betreffen Fahrzeuge und Menschen, die versuchen, fließendes Wasser zu durchqueren – sich vom Wasser fernzuhalten ist die wirksamste Einzelmaßnahme, die Sie ergreifen können.
  • Sturzfluten und Starkregen-Überschwemmungen können weit entfernt von jedem Fluss auftreten, auch in Städten, wenn die Kanalisation überläuft. Sie müssen nicht am Wasser wohnen, um gefährdet zu sein.
  • EU-Alert ist das EU-weite öffentliche Warnsystem, das eine Warnung direkt an Mobiltelefone in einem Gefahrengebiet senden kann (Cell Broadcast) – ohne App oder Anmeldung.
  • In Deutschland liefert die kostenlose NINA-App offizielle Warnungen; die meisten EU-Länder haben eine eigene offizielle Warn-App oder ein SMS-/Cell-Broadcast-System.
  • Die 112 ist in der gesamten EU kostenlos, funktioniert ohne Guthaben und über jedes verfügbare Netz — in manchen Ländern auch ohne SIM-Karte, verlassen Sie sich darauf aber nicht.
  • Wasser steigt oft nachts am schnellsten – auf die erste Warnung hin zu handeln, statt zu warten, verschafft Ihnen wertvolle Zeit.

Checkliste zur Vorsorge

Die konkreten Schritte für dieses Szenario. Fügen Sie sie einem Plan hinzu, um Ihren Fortschritt zu verfolgen.

Maßnahmen

  • Einen Familientreffpunkt auf höher gelegenem Gelände vereinbarenUnverzichtbar

    Hochwasser steigt oft nachts am schnellsten, wenn Ihr Haushalt verstreut ist oder schläft. Vereinbaren Sie einen Treffpunkt auf höher gelegenem Gelände, den alle zu Fuß erreichen, ohne Wasser zu durchqueren, sowie einen telefonischen Kontakt außerhalb der Region. Gehen Sie die Route gemeinsam ab, auch mit den Kindern, und frischen Sie den Plan einmal im Jahr auf.

  • Wertsachen und Chemikalien erhöht und nicht am Boden lagern

    Was in Keller oder Erdgeschoss am Boden steht, geht bei Hochwasser zuerst verloren. Lagern Sie Elektronik, Erinnerungsstücke und wichtige Unterlagen grundsätzlich in oberen Regalen oder Stockwerken – nicht erst, wenn eine Warnung kommt. Lagern Sie auch Farben, Reiniger und andere Chemikalien erhöht: Ins Hochwasser gemischt verunreinigen sie die ganze Wohnung.

Vorräte

  • Dokumente wasserdicht und als digitale Kopien aufbewahrenUnverzichtbar

    Ein vollgelaufener Keller kann Geburtsurkunden, Verträge und Versicherungspolicen auf einen Schlag vernichten. Bewahren Sie alles griffbereit in einer Dokumentenmappe in einem wasserdichten Behälter im Obergeschoss auf – nie im Keller. Hinterlegen Sie Duplikate außerhalb der Wohnung und ergänzen Sie digitale Kopien; amtliche deutsche Stellen raten, gescannte Ausweise zu verschlüsseln.

  • Notgepäck mit Wasser, Lebensmitteln und Medikamenten packenUnverzichtbar

    Wenn Sie schnell aufbrechen müssen, muss die Tasche fertig sein, bevor die Warnung kommt. Packen Sie pro Person für etwa 72 Stunden: Wasser in Flaschen, verzehrfertige Lebensmittel, persönliche Medikamente, Dokumentenkopien, Taschenlampe, Powerbank sowie warme, wasserdichte Kleidung. Lagern Sie die Notgepäcktasche nahe dem Ausgang, nicht im Keller, und prüfen Sie den Inhalt zweimal im Jahr.

  • Taschenlampe, Powerbank und Batterieradio bereithalten

    Bei Hochwasser fallen Strom und Netze oft gleichzeitig aus – planen Sie Licht und Nachrichten ohne Netzstrom ein. Eine LED-Stirnlampe hält die Hände frei; eine 20.000-mAh-USB-C-Powerbank reicht für etwa drei Handyladungen – laden Sie sie alle 3–6 Monate nach. Ergänzen Sie ein Batterie- oder Kurbelradio mit UKW und DAB+ und lagern Sie Ersatzbatterien außerhalb der Geräte.

  • Sandsäcke oder Hochwassersperren bereithalten

    Sperren verschaffen Zeit, ein großes Hochwasser stoppen sie nicht: Sie halten flaches Wasser von Türen, Lichtschächten und Lüftungsöffnungen fern. Sandsäcke sind günstig, brauchen aber trocken gelagerten Sand und Zeit zum Befüllen; wiederverwendbare Türsperren sind schneller aufgebaut – messen Sie Ihre Öffnungen vorab aus. Eine Rückstauklappe verhindert die häufigste Ursache vollgelaufener Keller.

  • Arbeitshandschuhe und Gummistiefel für die Aufräumarbeiten bereitlegen

    Hochwasser hinterlässt verunreinigten Schlamm, gesplittertes Holz und Glasscherben. Feste Arbeitshandschuhe und Gummistiefel schützen beim Aufräumen vor Schnittverletzungen und Infektionen — die offiziellen Hochwasser-Empfehlungen nennen beides, und bei einer Schnittwunde im Hochwasserschmutz sollte der Tetanusschutz geprüft werden.

  • Etwas Bargeld in kleinen Scheinen bereithalten

    Hochwasser legt Strom und Netze lahm – und damit Geldautomaten und Kartenterminals. Behörden in mehreren EU-Ländern empfehlen rund 70–100 Euro pro Person in kleinen Scheinen – etwa 72 Stunden Grundbedarf – plus etwas Münzgeld, da Geschäfte womöglich kein Wechselgeld haben. Bewahren Sie das Geld trocken an einem festen Ort auf, den nur Ihr Haushalt kennt.

Fähigkeiten

  • Wissen, wo Strom, Gas und Wasser abgestellt werdenUnverzichtbar

    Wasser und Strom sind eine tödliche Kombination – schalten Sie den Strom ab, bevor das Wasser die Steckdosen erreicht. Suchen Sie jetzt Hauptschalter, Gashahn und Wasserhaupthahn – Vermieter oder Versorger zeigen sie Ihnen – und beschriften Sie sie deutlich. Üben Sie, sie im Dunkeln zu erreichen, und berühren Sie niemals elektrische Anlagen, während Sie im Wasser stehen.

Wissen & prüfen

  • Prüfen, ob Ihre Wohnung in einem Hochwasserrisikogebiet liegtUnverzichtbar

    Jedes EU-Land veröffentlicht nach der EU-Hochwasserrichtlinie Hochwassergefahren- und -risikokarten – prüfen Sie Ihre Adresse im Kartenportal Ihrer Region oder fragen Sie bei Ihrer Gemeinde nach. Prüfen Sie Fluss-, Küsten- und Starkregenrisiko getrennt, denn Sturzfluten treffen auch Häuser fernab jedes Gewässers. Die erwartete Wassertiefe zeigt, was Sie zuerst schützen sollten.

  • Eine offizielle Warn-App installieren (z. B. NINA)Unverzichtbar

    Offizielle Warn-Apps bieten, was Sirenen und Cell Broadcast nicht können: Karten, detaillierte Handlungsempfehlungen und Hinweise für selbst gewählte Orte. In Deutschland liefern NINA und KATWARN die amtlichen Warnungen; viele EU-Länder haben ein Pendant. Erlauben Sie Benachrichtigungen und Standort, hinterlegen Sie Wohnung und Arbeitsplatz – und verlassen Sie sich nie auf nur einen Warnkanal.

  • EU-Alert / Cell Broadcast auf dem Handy aktivierenUnverzichtbar

    Seit 2022 muss jeder EU-Staat Handys direkt warnen können; die meisten nutzen EU-Alert per Cell Broadcast – ohne App, ohne Anmeldung, und die Warnung kommt auch in überlasteten Netzen durch. Prüfen Sie, ob es aktiviert ist: bei iOS ganz unten in den Mitteilungseinstellungen, bei Android unter den offiziellen Warnmeldungen. Es erreicht nur eingeschaltete Handys.

  • Ihren Versicherungsschutz gegen Hochwasser und Starkregen prüfen

    Standard-Wohngebäude- und Hausratpolicen decken in vielen EU-Ländern Sturmschäden ab, aber nicht Hochwasser oder Starkregen – dafür braucht es meist einen separaten Naturgefahren-Zusatz, in Deutschland die Elementarschadenversicherung. Prüfen Sie Gebäude- und Hausratschutz einschließlich Keller und fotografieren Sie Wertsachen schon jetzt, damit die Schadensregulierung reibungslos läuft.

So packen Sie das Notgepäck

Ein Schema als Ausgangspunkt: Sperriges nach unten, Schweres körpernah in die Mitte, Griffbereites nach oben, Wertsachen an den Körper. Jede Tasche ist anders — passen Sie die Aufteilung an Rucksack und Haushalt an.

Rucksackgröße

Oben im Hauptfach

Schnell griffbereit — was Sie zuerst brauchen

  • Erste Hilfe & Medikamente
  • Taschenlampe & Powerbank

Mitte, nah am Rücken

Gewicht körpernah tragen — das schont Rücken und Gleichgewicht

  • Wasser
  • Verpflegung & Snacks
  • Kurbelradio

Unten im Hauptfach

Sperriges und selten Gebrauchtes polstert den Boden

  • Warme, wasserdichte Kleidung
  • Arbeitshandschuhe

Außentasche oder am Körper

Geschützt und immer dabei — auch wenn Sie die Tasche abstellen

  • Dokumentenkopien
  • Bargeld

Beispielhafte Darstellung, keine vollständige Packliste — maßgeblich ist die Checkliste oben. Packen Sie pro Person eine Tasche und prüfen Sie den Inhalt etwa zweimal im Jahr.

Offizielle Quellen

Inhalt zuletzt geprüft: 24. Juli 2026