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KI-generierte Illustration: Bewaffneter Konflikt

Bewaffneter Konflikt

Bleiben Sie sicher, wenn ein bewaffneter Konflikt Ihre Region erreicht: Suchen Sie klug Schutz, befolgen Sie amtliche Warnungen und seien Sie bereit zu handeln.

Allgemeines Risiko

Ein bewaffneter Konflikt in Ihrer Nähe ist beängstigend, doch einfache Vorbereitung und klare Entscheidungen retten Leben. Am meisten schützen zwei Dinge: einen stabilen Schutzort abseits von Fenstern aufzusuchen und den Anweisungen der Behörden zu folgen. Katastrophenschutzbehörden in der gesamten EU — wie das deutsche BBK (Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe) und nationale Rettungsdienste — planen dafür und geben Warnungen über Sirenen, Radio, Fernsehen und Mobilfunk-Warnungen aus. Sie müssen nicht vorhersehen, was passieren wird. Sie brauchen einen Plan: Wissen Sie, wo Sie Schutz suchen, halten Sie einen kleinen Notvorrat und eine gepackte Notgepäcktasche bereit, haben Sie Kopien Ihrer Dokumente und vereinbaren Sie im Voraus, wie Sie die Menschen erreichen, die Ihnen wichtig sind. Rufen Sie in jeder lebensbedrohlichen Situation die 112 an, den EU-weiten Notruf.

Wenn es passiert

Nur wenn dieses Szenario droht oder bereits läuft — nicht die alltägliche Vorsorge. Zur Vorbereitung im Voraus siehe „So bereiten Sie sich vor“ und die Checkliste weiter unten.

Bei unmittelbarer Gefahr (Explosionen, Schüsse, Luftalarm)

  1. 1Gehen Sie sofort in ein festes Gebäude und bleiben Sie tief geduckt.
  2. 2Entfernen Sie sich von Fenstern, Glas und Außenwänden.
  3. 3Gehen Sie in den stabilsten Innenbereich: einen Keller, einen innenliegenden Raum oder ein Treppenhaus in einem unteren Stockwerk.
  4. 4Wenn Sie im Freien ohne Schutz sind, legen Sie sich flach in einen Graben oder eine Mulde und schützen Sie Ihren Kopf.
  5. 5Rufen Sie die 112 nur bei einem echten Notfall an; halten Sie das Gespräch kurz, damit die Netze frei bleiben.

Verlässliche Informationen einholen

  1. 1Schalten Sie ein batteriebetriebenes oder Kurbelradio ein und stellen Sie den lokalen öffentlich-rechtlichen Sender ein.
  2. 2Lesen Sie amtliche Warnungen auf Ihrem Handy (EU-Alert / Cell Broadcast, nationale Warn-Apps wie NINA).
  3. 3Verlassen Sie sich nur auf amtliche Quellen; handeln Sie nicht nach Gerüchten oder ungeprüften Social-Media-Meldungen.
  4. 4Achten Sie darauf, ob die Behörden Sie auffordern, an Ort und Stelle Schutz zu suchen oder zu evakuieren.

Schutz suchen oder evakuieren — befolgen Sie die amtliche Anordnung

  1. 1Wenn Sie Schutz suchen sollen: Bleiben Sie drinnen, halten Sie die Notgepäcktasche griffbereit und warten Sie auf die Entwarnung.
  2. 2Wenn Sie evakuieren sollen: Nehmen Sie Ihre Dokumente und Ihre Notgepäcktasche mit und verlassen Sie das Gebäude ruhig über den angekündigten Weg.
  3. 3Schalten Sie vor dem Verlassen — wenn die Zeit reicht — Gas, unnötigen Strom und offene Flammen aus.
  4. 4Helfen Sie älteren, beeinträchtigten oder alleinstehenden Nachbarn, wenn Sie dies gefahrlos tun können.
  5. 5Sagen Sie einer Kontaktperson, wohin Sie gehen, und halten Sie Anrufe danach kurz, um Akku und Netz zu schonen.

Wichtige Sicherheitshinweise

  • Rufen Sie in jedem lebensbedrohlichen Notfall die 112 an, den EU-weiten Notruf, halten Sie Gespräche aber kurz, damit die Leitungen für andere frei bleiben.
  • Bleiben Sie bei Beschuss oder Explosionen niemals in der Nähe von Fenstern, Glas oder Außenwänden — umherfliegendes Glas und Trümmer verursachen viele Verletzungen.
  • Berühren oder bewegen Sie keine nicht explodierten Waffen, Granaten oder unbekannten Gegenstände; halten Sie andere fern und melden Sie den Fund den Behörden.
  • Verbreiten Sie keine ungeprüften Gerüchte und handeln Sie nicht danach — folgen Sie nur amtlichen Warnungen und Anweisungen.
  • Betreiben Sie niemals einen Generator, Kocher, Grill oder Holzkohle in Innenräumen — Kohlenmonoxid ist unsichtbar und kann tödlich sein.
  • Ignorieren Sie keine amtliche Evakuierungsanordnung und kehren Sie nicht nach Hause zurück, bevor Entwarnung gegeben wurde.

So bereiten Sie sich vor

Einen Notvorrat anlegen

  1. 1Bevorraten Sie Trinkwasser: Rechnen Sie mit etwa 2 Litern pro Person und Tag für mehrere Tage.
  2. 2Halten Sie haltbare Lebensmittel, die nicht gekocht werden müssen, für mindestens 3 Tage bereit, idealerweise für bis zu zehn Tage.
  3. 3Legen Sie ein Erste-Hilfe-Set, alle regelmäßig benötigten Medikamente und Hygieneartikel an.
  4. 4Ergänzen Sie ein batteriebetriebenes oder Kurbelradio, Taschenlampen, Powerbanks und Ersatzbatterien.
  5. 5Halten Sie etwas Bargeld in kleinen Scheinen bereit; Kartenzahlungssysteme können bei Stromausfällen ausfallen.

Ihre Dokumente sichern

  1. 1Sammeln Sie Ausweis, Reisepass, Versicherungs-, medizinische und Familienunterlagen in einer Mappe.
  2. 2Erstellen Sie Papierkopien und digitale Scans der wichtigsten Dokumente.
  3. 3Bewahren Sie die Kopien sicher auf, zum Beispiel bei einer Vertrauensperson oder in einem sicheren Cloud-Speicher.
  4. 4Bewahren Sie die Dokumentenmappe in der Nähe Ihrer Notgepäcktasche auf, damit Sie sie schnell greifen können.

Eine Notgepäcktasche packen

  1. 1Bereiten Sie einen kleinen, tragbaren Rucksack vor, der griffbereit an der Tür steht.
  2. 2Packen Sie Wasser, Snacks, Medikamente, eine Taschenlampe, eine Powerbank und etwas Warmes zum Anziehen ein.
  3. 3Ergänzen Sie Kopien Ihrer Dokumente, etwas Bargeld und einen Ersatzschlüssel.
  4. 4Packen Sie auch Dinge für Kinder, ältere Menschen oder Haustiere in Ihrem Haushalt ein.

Einen Familienplan vereinbaren

  1. 1Legen Sie zwei Treffpunkte fest: einen in der Nähe des Zuhauses und einen außerhalb Ihres Wohnviertels.
  2. 2Notieren Sie wichtige Telefonnummern auf Papier, falls Ihr Handy ausfällt.
  3. 3Vereinbaren Sie eine Kontaktperson außerhalb der Region, bei der sich alle melden können.
  4. 4Finden Sie heraus, wo sich öffentliche Schutzräume in Ihrer Nähe befinden und wie die örtlichen Warnungen klingen.
  5. 5Üben Sie den Plan einmal mit allen Personen in Ihrem Haushalt.

Gut zu wissen

  • Die 112 ist in der gesamten EU kostenlos, funktioniert ohne Guthaben und über jedes verfügbare Netz — in manchen Ländern auch ohne SIM-Karte, verlassen Sie sich darauf aber nicht.
  • EU-Alert / Cell Broadcast kann Warnungen ohne App oder Anmeldung direkt an alle Handys in einem Gefahrengebiet senden.
  • Das deutsche BBK betreibt die Warn-App NINA; viele EU-Länder haben eigene amtliche Warn-Apps und Sirenensignale — lernen Sie, wie die Ihren klingen.
  • Ein batteriebetriebenes oder Kurbelradio hält Sie auf dem Laufenden, wenn Strom und Mobilfunknetze ausgefallen sind.
  • Etwas Bargeld und ein Vorrat für einige Tage helfen allen, denn das verringert Hamsterkäufe und entlastet Geschäfte und Dienste.
  • Grundkenntnisse in Erster Hilfe — Blutungen stillen, Herz-Lungen-Wiederbelebung — können ein Leben retten, bevor professionelle Hilfe eintrifft.

Checkliste zur Vorsorge

Die konkreten Schritte für dieses Szenario. Fügen Sie sie einem Plan hinzu, um Ihren Fortschritt zu verfolgen.

Maßnahmen

  • Zwei Familientreffpunkte und eine Kontaktperson außerhalb der Region vereinbarenUnverzichtbar

    Familienmitglieder können bei einem Ereignis auf der Arbeit oder in der Schule sein, und die Netze können überlastet sein. Legen Sie einen Treffpunkt nahe dem Zuhause und einen außerhalb Ihres Viertels fest, dazu eine Kontaktperson in einer anderen Region, die Nachrichten weitergibt — Ferngespräche kommen oft durch, wenn örtliche Verbindungen fehlschlagen. Üben Sie den Plan alle paar Monate.

  • Wichtige Telefonnummern auf Papier notieren

    Ein leeres oder verlorenes Handy nimmt alle gespeicherten Kontakte mit. Notieren Sie Familiennummern, Ihre Kontaktperson außerhalb der Region, Ihre Arztpraxis und die 112 auf Papier; legen Sie Kopien in Geldbörse, Notfallrucksack und jede Kinderjacke. Aktualisieren Sie die Liste bei jeder Nummernänderung — fünf Minuten Aufwand, am besten zweimal im Jahr.

Vorräte

  • Wasser bevorraten (etwa 2 L pro Person und Tag)Unverzichtbar

    Bei Infrastrukturschäden kann Leitungswasser ausfallen — decken Sie für Ihren Haushalt mindestens 72 Stunden ab; die amtliche deutsche Empfehlung: bis zu zehn Tage. Lagern Sie verschlossene Wasserflaschen kühl und dunkel; kohlensäurehaltiges hält am längsten. Erneuern Sie selbst abgefülltes Wasser in lebensmittelechten Behältern etwa halbjährlich; planen Sie extra Wasser für Hygiene und Haustiere.

  • Vorrat an nicht zu kochenden Lebensmitteln für mehrere Tage anlegenUnverzichtbar

    Geschäfte und Strom können tagelang ausfallen. Legen Sie deshalb einen Vorrat an, den Sie kalt essen können: Gemüse- und Fischkonserven, Knäckebrot, Nüsse, Trockenobst, H-Milch. Planen Sie mindestens 72 Stunden — die amtliche deutsche Empfehlung nennt bis zu zehn Tage. Bevorraten Sie nur, was Sie ohnehin essen, tauschen Sie es regelmäßig durch und legen Sie einen manuellen Dosenöffner dazu.

  • Ein batteriebetriebenes oder Kurbelradio besorgenUnverzichtbar

    Fallen Strom und Mobilfunk aus, ist das Radio oft die einzige Quelle für amtliche Anweisungen, etwa Aufforderungen zum Schutzsuchen oder zur Evakuierung. Wählen Sie ein Gerät mit UKW- und DAB+-Empfang, das mit Batterien sowie Kurbel oder Solar läuft, und lagern Sie Ersatzbatterien außerhalb des Geräts, um Schäden durch Auslaufen zu vermeiden.

  • Erste-Hilfe-Set und Medikamente packenUnverzichtbar

    Im Konfliktfall kann Hilfe länger brauchen; Verletzungen müssen dann zunächst zu Hause versorgt werden. Ein nach DIN 13157 bestücktes Erste-Hilfe-Set enthält Wundauflagen, Verbände und Handschuhe — prüfen Sie es jährlich auf abgelaufene Sterilartikel. Ergänzen Sie regelmäßig benötigte verschreibungspflichtige Medikamente für etwa zehn Tage, vorab mit Arzt oder Apotheke abgestimmt.

  • Griffbereites Notgepäck (Rucksack) an der Tür vorbereitenUnverzichtbar

    Eine Evakuierungsanordnung kann sehr kurzfristig kommen — Packen unter Stress kostet wertvolle Minuten. Bestücken Sie pro Person einen Notfallrucksack mit Wasser, Snacks, Medikamenten, Taschenlampe, warmer Kleidung, Kopien Ihrer Dokumente und etwas Bargeld — ausreichend für etwa 72 Stunden. Überprüfen Sie den Inhalt zweimal im Jahr und nach jeder Nutzung.

  • Arbeitshandschuhe im Notgepäck verstauen

    Beschädigte Gebäude bedeuten Glas, verbogenes Metall und Schutt. Mit Handschuhen können Sie einen Weg freiräumen, Trümmer bewegen oder anderen helfen, ohne Ihre Hände zu verletzen — im Konfliktfall kann die Versorgung einer Schnittwunde Tage entfernt sein. Sie brauchen kaum Platz am Boden der Tasche.

  • Taschenlampen, Powerbanks und Ersatzbatterien ergänzen

    Kampfhandlungen können Stromausfälle mit sich bringen; dunkle Treppenhäuser und Keller sind dann gefährlich. LED-Stirnlampen lassen die Hände frei; legen Sie sich auf eine Batteriegröße wie AA fest, damit jede Ersatzbatterie passt. Eine USB-C-Powerbank mit 20.000 mAh lädt ein übliches Smartphone etwa dreimal — laden Sie sie per Erinnerung alle drei bis sechs Monate nach.

  • Etwas Bargeld in kleinen Scheinen bereithalten

    Kartenterminals und Geldautomaten fallen aus, wenn Strom oder Netz wegbrechen, und in einer Krise bilden sich schnell Schlangen. Mehrere EU-Behörden empfehlen rund 70–100 Euro pro Person in kleinen Scheinen und Münzen — genug für etwa 72 Stunden. Bewahren Sie das Geld trocken und unauffällig an einem festen Ort auf, den nur vertraute Haushaltsmitglieder kennen.

Fähigkeiten

  • Grundlagen der Ersten Hilfe erlernen (Blutungen, Herz-Lungen-Wiederbelebung)

    Bei starken Blutungen und Herzstillstand entscheiden die ersten Minuten — im Konfliktfall oft, bevor Rettungskräfte eintreffen können. Besuchen Sie einen Praxiskurs bei einer anerkannten Erste-Hilfe-Organisation und frischen Sie ihn alle zwei Jahre auf. Fester Druck auf die Wunde und Herzdruckmassage ohne Beatmung können jemanden am Leben halten, bis Hilfe eintrifft.

Wissen & prüfen

  • Ausweis und wichtige Dokumente kopieren (Papier + digital)Unverzichtbar

    Müssen Sie schnell weg oder wird Ihr Zuhause beschädigt, sind Nachweise über Identität, Eigentum und Versicherungen entscheidend für Hilfen und Ansprüche. Bewahren Sie alles griffbereit in einer Mappe auf — Originale oder Kopien — und hinterlegen Sie Duplikate bei Verwandten oder einer Bank. Speichern Sie digitale Scans verschlüsselt und passwortgeschützt.

  • Schutzräume in der Nähe ausfindig machen und Warnsignale kennenlernenUnverzichtbar

    Massive Deckung schützt bei Angriffen am besten: Keller, Tiefgaragen und innenliegende Räume abseits von Fenstern. Wählen Sie den stabilsten Schutzort, den Sie auch nachts schnell erreichen — ein Schutzraumverzeichnis wird in Deutschland erst jetzt aufgebaut. In Deutschland bedeutet ein einminütiger auf- und abschwellender Sirenenton Gefahr; lernen Sie Ihre örtlichen Signale kennen.

  • Nationale Warn-App installieren und Benachrichtigungen aktivierenUnverzichtbar

    Amtliche Warn-Apps liefern Evakuierungs- und Schutzanweisungen direkt aufs Handy; EU-Alert per Cell Broadcast kommt auch in überlasteten Netzen durch. In Deutschland ist das die App NINA; die meisten EU-Länder haben eigene. Prüfen Sie, ob Notfallwarnungen in den Handy-Einstellungen aktiviert sind, und verlassen Sie sich nie auf einen einzigen Kanal.

  • Eine Papierkarte mit markierten Routen und Treffpunkten bereithalten

    Im Konfliktfall können Mobilfunk und GPS genau dann überlastet, abgeschaltet oder gestört sein, wenn Sie sich bewegen müssen. Speichern Sie Offline-Karten im Voraus und legen Sie eine Papierkarte ins Notgepäck, auf der Ausweichrouten, beide Familientreffpunkte und die Adresse Ihrer Kontaktperson außerhalb der Region markiert sind — sie funktioniert ohne Netz und ohne Akku.

So packen Sie das Notgepäck

Ein Schema als Ausgangspunkt: Sperriges nach unten, Schweres körpernah in die Mitte, Griffbereites nach oben, Wertsachen an den Körper. Jede Tasche ist anders — passen Sie die Aufteilung an Rucksack und Haushalt an.

Rucksackgröße

Oben im Hauptfach

Schnell griffbereit — was Sie zuerst brauchen

  • Erste Hilfe & Medikamente
  • Taschenlampe & Powerbank

Mitte, nah am Rücken

Gewicht körpernah tragen — das schont Rücken und Gleichgewicht

  • Wasser
  • Verpflegung & Snacks
  • Kurbelradio

Unten im Hauptfach

Sperriges und selten Gebrauchtes polstert den Boden

  • Warme Kleidung
  • Arbeitshandschuhe

Außentasche oder am Körper

Geschützt und immer dabei — auch wenn Sie die Tasche abstellen

  • Dokumentenkopien
  • Bargeld
  • Papierkarte

Beispielhafte Darstellung, keine vollständige Packliste — maßgeblich ist die Checkliste oben. Packen Sie pro Person eine Tasche und prüfen Sie den Inhalt etwa zweimal im Jahr.

Offizielle Quellen

Inhalt zuletzt geprüft: 24. Juli 2026