Warn-Apps und Cell Broadcast
So erreichen Sie Warnungen in Deutschland: Cell Broadcast, die Warn-App NINA, KATWARN, BIWAPP, warnung.bund.de, WarnWetter, Sirenen und Radio — und was Sie vor der Krise am Handy einschalten sollten.
Bei Hochwasser, Unwetter, Chemieunfall oder anderer Gefahr zählen Sekunden. Deutschland warnt über mehrere Kanäle gleichzeitig — das BBK spricht vom Warnmittelmix: Cell Broadcast an alle kompatiblen Handys in den betroffenen Funkzellen, Warn-Apps, das Web, Sirenen, Radio und Fernsehen. Kein Kanal erreicht alle, schalten Sie deshalb mehr als einen ein.
Cell Broadcast
Seit dem 23. Februar 2023 in Deutschland in Betrieb (der zugrunde liegende EU-Standard heißt EU-Alert). Warnungen kommen als lauter Alarm auf jedem kompatiblen Handy in den betroffenen Funkzellen an — ohne App, ohne Anmeldung, ohne Datenverbindung. Voraussetzungen: Android 11 oder neuer bzw. iOS 16.1 oder neuer, aktuelle Software und ein eingeschaltetes Handy (Flugmodus blockiert den Empfang).
Einstellung prüfen: bei iOS unter Einstellungen › Mitteilungen ganz unten; bei Android unter Sicherheit und Notfälle › Notfallwarnungen. Die höchste Stufe (Notfallalarm) lässt sich nicht abschalten; die weiteren Stufen sollten eingeschaltet bleiben.
Warn-Apps: NINA, KATWARN, BIWAPP
NINA ist die offizielle Warn-App des BBK. Sie liefert die Warnungen des Modularen Warnsystems (MoWaS) des Bundes, dazu Wetterwarnungen des DWD und Hochwasserinformationen für die abonnierten Orte. KATWARN und BIWAPP sind regionale bzw. kommunale Apps, die dieselben amtlichen Warnungen weitergeben und um Hinweise Ihres Landkreises oder Ihrer Stadt ergänzen. Nur aus den offiziellen App-Stores installieren, Mitteilungen erlauben, Wohn- und Arbeitsort hinterlegen. Ohne App lesen Sie aktuelle Warnungen unter warnung.bund.de.
Wetter: WarnWetter (DWD)
Die WarnWetter-App des Deutschen Wetterdienstes und seine Warnkarte zeigen amtliche Warnungen vor Sturm, Starkregen, Schnee, Glatteis und Hitze bis auf Gemeindeebene. Dieselben Warnungen erscheinen auch in NINA.
Sirenen und Radio
Sirenen: ein einminütiger auf- und abschwellender Heulton bedeutet Warnung — ins Haus gehen, Fenster und Türen schließen, Radio einschalten. Ein einminütiger Dauerton bedeutet Entwarnung. Nicht überall gibt es noch Sirenen, verlassen Sie sich also nicht darauf.
Der Rundfunk ist die Rückfallebene, wenn Mobilfunknetze ausfallen: Ein Batterie- oder Kurbelradio (UKW/DAB+) empfängt die öffentlich-rechtlichen Sender, die amtliche Warnungen verbreiten.
Warntag und gute Gewohnheiten
An jedem zweiten Donnerstag im September testet der bundesweite Warntag alle Kanäle gleichzeitig — 2026 am 10. September gegen 11 Uhr. Prüfen Sie dann, ob Ihr Handy alarmiert und Ihre Apps melden. Radio als Backup bereithalten. Bei Lebensgefahr 112 wählen — kostenlos, ohne Guthaben, über jedes verfügbare Netz. Beachten Sie: Ohne SIM-Karte ist in Deutschland kein Notruf möglich.
Bezeichnungen und Menütexte ändern sich mit Software-Updates. Offizielle Quellen bevorzugen (BBK, DWD); crisisplan ist unabhängig.
Inhalt zuletzt geprüft: 4. September 2026
Verwandte Szenarien
- UnwetterBleiben Sie sicher bei Stürmen, Hagel, Blitzschlag, extremer Hitze und extremer Kälte.
- HochwasserWasser kann schnell steigen – begeben Sie sich frühzeitig in höher gelegene Bereiche, halten Sie sich vom Hochwasser fern und halten Sie Ihre Dokumente und Warn-Apps bereit.
- Allgemeine VorsorgeDer Basisplan, den jeder haben sollte: Vorräte, ein Plan und ein Weg, informiert zu bleiben, wenn die üblichen Versorgungssysteme ausfallen.