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KI-generierte Illustration: Erdbeben

Erdbeben

Drop, Cover and Hold On — ducken, schützen, festhalten; danach vorsichtig raus, Nachbeben erwarten.

Geringeres Risiko

Erdbeben sind in Nordeuropa seltener als im Mittelmeerraum und auf dem Balkan, können aber ohne Vorwarnung kommen. Die meisten Verletzungen entstehen durch herabfallende Gegenstände und Teileinstürze, nicht durch aufreißenden Boden. Die bewährte Sofortmaßnahme lautet Drop, Cover and Hold On: hinunter, unter einen stabilen Tisch oder an eine Innenwand, festhalten bis das Beben endet. Danach beschädigte Gebäude vorsichtig verlassen, mit Nachbeben rechnen und bei Eingeschlossenen oder Verletzten die 112 rufen. Keine Aufzüge. Diese Hinweise folgen gängigen Katastrophenschutz-Empfehlungen seismischer Regionen Europas.

Wenn es passiert

Nur wenn dieses Szenario droht oder bereits läuft — nicht die alltägliche Vorsorge. Zur Vorbereitung im Voraus siehe „So bereiten Sie sich vor“ und die Checkliste weiter unten.

Während des Bebens — Drop, Cover, Hold On

  1. 1DUCKEN auf Hände und Knie, damit Sie nicht umgeworfen werden.
  2. 2KOPF und Nacken unter einem stabilen Tisch schützen; sonst mit den Armen an einer Innenwand.
  3. 3FESTHALTEN und mit dem Schutz mitbewegen, bis es aufhört.
  4. 4Weg von Fenstern, Glas, schweren Regalen und Außenwänden.
  5. 5Im Bett: bleiben, Kopf mit Kissen schützen — außer schwere Lampe darüber, dann neben das Bett.
  6. 6Draußen: freie Fläche weg von Gebäuden und Leitungen; ducken und Kopf schützen.
  7. 7Im Auto: abseits von Brücken und Leitungen anhalten, angeschnallt drinnen bleiben.

Wenn das Beben aufhört

  1. 1Sich und andere prüfen; Erste Hilfe; 112 bei Schwerverletzten oder Eingeschlossenen.
  2. 2Nachbeben erwarten — erneut Drop, Cover, Hold On.
  3. 3Bei Schäden oder Gasgeruch Gebäude verlassen; Treppe, nie Aufzug.
  4. 4Bei Gas: drinnen keine Schalter/Telefone; wenn sicher Fenster, raus, von draußen melden.
  5. 5Schuhe anziehen — Schutt und Glas.
  6. 6An der Küste in Erdbebenregionen auf Tsunami-Warnungen achten.

Wichtige Sicherheitshinweise

  • Bei starkem Beben nicht nach draußen rennen — Fassaden und Glas stürzen.
  • Türrahmen ist in modernen Gebäuden nicht die beste Strategie — Tisch/Innenraum besser.
  • Keine Aufzüge nach dem Beben.
  • Beschädigte Gebäude nicht betreten, bis freigegeben.

So bereiten Sie sich vor

Wohnung sichern

  1. 1Hohe Möbel, TV und Regale an Wänden befestigen; Schwere unten lagern.
  2. 2Gas, Strom und Wasser nach dem Beben sicher abstellen können.
  3. 3Taschenlampe, Schuhe und Telefon neben dem Bett.
  4. 4Treffpunkt draußen abseits von Gebäuden vereinbaren.

Notgepäck

  1. 1Wasser, Nahrung, Medikamente, Radio, Lampe, Powerbank, Dokumente für 72 Stunden.
  2. 2Pfeife, um Retter zu rufen, wenn eingeschlossen.
  3. 3Sichere Stellen und Ausgänge im Gebäude kennen.

Gut zu wissen

  • Die 112 ist in der gesamten EU kostenlos, funktioniert ohne Guthaben und über jedes verfügbare Netz — in manchen Ländern auch ohne SIM-Karte, verlassen Sie sich darauf aber nicht.
  • Drop–Cover–Hold ist die internationale Botschaft in seismischem Europa.
  • Nachbeben können Stunden oder Tage dauern.

Checkliste zur Vorsorge

Die konkreten Schritte für dieses Szenario. Fügen Sie sie einem Plan hinzu, um Ihren Fortschritt zu verfolgen.

Maßnahmen

  • Hohe Möbel und Regale sichernUnverzichtbar

    Umstürzende Möbel und herabfallende Gegenstände verursachen einen großen Teil der Verletzungen bei Erdbeben. Befestigen Sie Schränke, Bücherregale und Regale mit Metallwinkeln oder Kippsicherungen an der Wand, lagern Sie Schweres in unteren Fächern und hängen Sie nichts Schweres über Betten oder Sofas. Prüfen Sie die Befestigungen nach jedem Umräumen erneut.

  • Treffpunkt draußen vereinbaren

    Nach einem Beben sind Mobilfunknetze oft überlastet — vereinbaren Sie vorab, wo Ihr Haushalt zusammenkommt. Wählen Sie eine freie Stelle abseits von Fassaden, Glas und Stromleitungen — etwa einen Park oder Platz wenige Minuten entfernt — plus einen Ausweichort weiter weg, und benennen Sie einen Kontakt außerhalb der Region, dem alle schreiben können. Gehen Sie den Weg mit Kindern einmal ab.

Vorräte

  • Lampe, Schuhe, Telefon am BettUnverzichtbar

    Bei einem nächtlichen Beben kann der Boden im Dunkeln voller Glasscherben liegen. Halten Sie Schuhe mit fester Sohle, eine kleine LED-Taschenlampe oder Stirnlampe und Ihr geladenes Telefon in Griffweite des Betts bereit — eine Stirnlampe lässt beide Hände frei. Lagern Sie Ersatzbatterien neben der Lampe, nicht darin, und prüfen Sie sie zweimal im Jahr.

  • 72-Std.-Notgepäck bereitUnverzichtbar

    Ist Ihr Gebäude beschädigt, müssen Sie es womöglich schnell verlassen und tagelang draußen bleiben — der EU-Richtwert sind 72 Stunden Selbstversorgung. Packen Sie Wasserflaschen, Lebensmittel ohne Kochbedarf, persönliche Medikamente, Dokumentenkopien, eine Taschenlampe, ein kleines Batterieradio, kleine Geldscheine und eine volle USB-C-Powerbank ein. Lagern Sie das Notgepäck nahe dem Ausgang, prüfen Sie es zweimal im Jahr.

  • Pfeife im Notgepäck

    Wer unter Trümmern eingeschlossen ist, erschöpft sich beim Rufen schnell und atmet dabei Staub ein — kurze Pfiffe tragen weiter und kosten deutlich weniger Kraft. Befestigen Sie eine kugellose Kunststoffpfeife mit rund 100 dB außen am Notgepäck; eine zweite am Bett ist sinnvoll. Sie kostet wenig und braucht nie Batterien.

  • Arbeitshandschuhe im Notgepäck

    Nach einem Beben liegen Glasscherben und scharfkantiger Schutt in Wohnungen und Straßen. Handschuhe (zusammen mit den festen Schuhen am Bett) lassen Sie sich sicher bewegen und nach Habseligkeiten graben, ohne sich die Hände zu verletzen. Offizielle Erdbeben-Notfalllisten führen sie neben Taschenlampe und Trillerpfeife auf.

Fähigkeiten

  • Drop, Cover and Hold On übenUnverzichtbar

    Starke Erschütterungen lassen Ihnen nur Sekunden — ein eingeübter Reflex ist besser als Improvisieren. Gehen Sie auf Hände und Knie, suchen Sie Schutz unter einem stabilen Tisch und halten Sie ein Tischbein fest, damit Sie sich mitbewegen; ohne Tisch kauern Sie sich an eine Innenwand und schützen Kopf und Nacken mit den Armen. Üben Sie das ein- bis zweimal im Jahr mit dem ganzen Haushalt.

Wissen & prüfen

  • Gas/Strom/Wasser abstellen könnenUnverzichtbar

    Erschütterungen können Gasleitungen, Elektrik und Rohre beschädigen — wer die Absperrungen kennt, verhindert danach Brände und Wasserschäden. Lokalisieren und beschriften Sie jetzt Gashaupthahn, Sicherungskasten und Wasserhaupthahn und deponieren Sie das ggf. nötige Werkzeug am Hahn. Stellen Sie Gas nur bei Geruch oder Zischen ab — das Wiederöffnen übernimmt der Versorger.

  • Treppen und Ausgänge kennen (kein Aufzug)

    Nach einem Beben können Aufzüge klemmen oder ausfallen — bei Nachbeben säßen Sie fest; Treppen sind der einzig sichere Weg nach unten. Gehen Sie jetzt jedes Treppenhaus und jeden Ausweichausgang Ihres Gebäudes ab und zählen Sie Stockwerke und Türen, damit Sie den Weg auch bei Dunkelheit oder Staub finden. Machen Sie diesen kurzen Check auch in Hotels und am Arbeitsplatz zur Gewohnheit.

So packen Sie das Notgepäck

Ein Schema als Ausgangspunkt: Sperriges nach unten, Schweres körpernah in die Mitte, Griffbereites nach oben, Wertsachen an den Körper. Jede Tasche ist anders — passen Sie die Aufteilung an Rucksack und Haushalt an.

Rucksackgröße

Oben im Hauptfach

Schnell griffbereit — was Sie zuerst brauchen

  • Erste Hilfe & Medikamente
  • Taschenlampe & Powerbank

Mitte, nah am Rücken

Gewicht körpernah tragen — das schont Rücken und Gleichgewicht

  • Wasser
  • Verpflegung & Snacks
  • Kurbelradio

Unten im Hauptfach

Sperriges und selten Gebrauchtes polstert den Boden

  • Arbeitshandschuhe

Außentasche oder am Körper

Geschützt und immer dabei — auch wenn Sie die Tasche abstellen

  • Dokumentenkopien
  • Bargeld
  • Trillerpfeife

Beispielhafte Darstellung, keine vollständige Packliste — maßgeblich ist die Checkliste oben. Packen Sie pro Person eine Tasche und prüfen Sie den Inhalt etwa zweimal im Jahr.

Offizielle Quellen

Inhalt zuletzt geprüft: 24. Juli 2026